Strompreissenkung um durchschnittlich 18 Prozent bei Privathaushalten und bis zu 32 Prozent für die Wirtschaft / Copyright: Eletropaulo Divulgação

Strompreissenkung um durchschnittlich 18 Prozent bei Privathaushalten und bis zu 32 Prozent für die Wirtschaft / Copyright: Eletropaulo Divulgação

Strompreissenkung um durchschnittlich 18 Prozent bei Privathaushalten und bis zu 32 Prozent für die Wirtschaft / Copyright: Eletropaulo Divulgação

Wie die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff am gestrigen Donnerstag (23.01.) bekannt gab, werden ab sofort die Strompreise um durchschnittlich 18 Prozent für Privathaushalte und bis zu 32 Prozent für die Wirtschaft sinken. Zwar war diese Senkung der Kosten im September 2012 bereits angekündigt worden, doch die nun durchgesetzten Preiserlässe im Energiersektor liegen einerseits noch unter den angekündigten 16 Prozent für Privathaushalte und 28 Prozent für den produktiven Sektor, andererseits kommen sie zwei Wochen früher als geplant.

Als Grund für die Kostensenkung hatte Rousseff damals angegeben, dass die Rendite aus den Investitionen in den Kraftwerksbau an den Verbraucher zurückgegeben werden sollten. Der brasilianische Energiesektor speist sich zu rund 85 Prozent aus Staudämmen, dessen Produktionskosten nun zum Großteil gedeckt seien (BrasilNews berichtete, 21.01.2013). Dennoch kommen damit zusätzliche Ausgaben von rund 8,46 Milliarden Reais (circa 3,1 Milliarden Euro) auf die Regierung zu. Zudem beabsichtigt die Regierung mit den Preiserlässen bei den Energiekosten, Ressourcen für neue Investitionen frei zu machen und so die Schaffung von Arbeitsplätzen zu befördern.

Der vorgezogene Moment macht aber auch deutlich, dass es sich ebenso um eine parteipolitische Maßnahme handelt. In ihrer achtminütigen Rundfunkansprache vom Mittwoch (23.01.), in der sie die Senkung bekannt gab, nahm sie direkten Bezug auf ihre Kritiker und politischen Gegner, die stets Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit der aktuellen Regierung und den angekündigten Kostensenkungen geäußert hatten. Des Weiteren hatten Kritiker auf die gehäuften Stromausfälle der vergangenen Monate verwiesen. Diese begründete Rousseff mit menschlichem Versagen und veralteten Umspannwerken. Keineswegs aber seien Versorgungsengpässe der Grund gewesen, wie die Präsidentin des Öfteren betonte.

Brasilien sei damit eines der wenigen Länder, die einerseits ihren Energiesektor drastisch ausbauten und gleichzeitig die Kosten für die Verbraucher senkten, so Rousseff in der Ankündigung weiter. Ende des Jahres wird die Stromversorgung sogar um sieben Prozent gestiegen sein. Während allein im letzten Jahr rund 4.000 Megawatt Leistung hinzukamen, sind für das laufende Jahr die Fertigstellung von rund 8.500 Megawatt neuer Leistung sowie 7.540 Kilometer neuer Trassen geplant. (ms)