Eines der möglichen Importeure: Stahlwerk Erdemir in der Türkei / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Sisipi

Eines der möglichen Importeure: Stahlwerk Erdemir in der Türkei / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Sisipi

Es ist schon ein deutlicher Wandel und ein klares Signal für die eigene Wahrnehmung als wichtige wirtschaftliche Kraft, wenn Brasilien nun eigene Wirtschaftsdelegationen für die Suche und Erschließung von Absatzmärkten in Regionen entsendet. Deutlicher noch als die Tatsache der Wirtschaftsdelegation an sich ist die Region. Denn sich Europas östlichen Nachbarn anzunehmen, bedeutet auch, dort in Konkurrenz zu den meist schon präsenten europäischen Anbietern zu treten.

Die Delegation von brasilianischen Wirtschaftsvertretern, die vom 30. bis 31. Oktober unter Organisation des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior, kurz: MDIC) in die Region reisen wird, hat zum Ziel, die Märkte in den Ländern Türkei, Aserbaidschan, Kasachstan, Russland und auch Ungarn für den Export brasilianischer Produkte besser zu erschließen.

Die Reise soll zu einer längerfristigen Verbesserung der Außenhandelsbeziehungen in die Region führen. Bereits heute ist abzusehen, dass während dieser Reise Verträge im Wert von etwa 20 Millionen US-Dollar (ca. 15,5 Millionen Euro) für den Export brasilianischer Produkte unterzeichnet werden. Geplant hat das MDIC auch eine zukünftige Verbesserung der Außenhandelsanteile dieser Länder, deren Anteil am brasilianischen Außenhandel derzeit bei jeweils weniger als einem Prozent liegt. In wie weit diese Ziele erreicht werden, hängt aber nicht nur von dem Erfolg dieser Werbetour ab. Vor allem bei Ländern wie Ungarn und der Türkei wird sich zeigen, ob die brasilianischen Anbieter mit den Produkten der Nachbarn aus der EU konkurrieren können. (mas)