Carlos Nobre, Sekretär für Forschungs- und Entwicklungsprogramme des MCTI, über die neuen Überwachungsmöglichkeiten von Naturkatastrophen / Copyright: Agência Brasil
Carlos Nobre, Sekretär für Forschungs- und Entwicklungsprogramme des MCTI, über die neuen Überwachungsmöglichkeiten von Naturkatastrophen / Copyright: Agência Brasil

Carlos Nobre, Sekretär für Forschungs- und Entwicklungsprogramme des MCTI, über die neuen Überwachungsmöglichkeiten von Naturkatastrophen / Copyright: Agência Brasil

Das brasilianische Ministerium für Wissenschaft, Technik und Innovation MCTI (Ministério da Ciência, Tecnologia e Inovação) und die Telefongesellschaft VIVO unterzeichneten gestern (23.05.) einen Vertrag zur Überwachung von Naturkatastrophen. Hierbei erfolgt eine technische Zusammenarbeit zur Entwicklung eines Netzwerkes, durch das Daten und Informationen über extreme Klimaveränderungen übermittelt werden. So zeige es an, ob Hochwasser, Überschwemmungen, Erdrutsche, Dürre und Trockenheit auftreten.

Durch die Zusammenarbeit werden ab sofort 252 Niederschlagsmesser in 19 Bundesstaaten installiert. Im Bundesstaat Rio de Janeiro plane man die ersten Geräte, die noch vor dem Sommer in Betrieb gehen sollen, wenn die größten Wetterschwankungen auftreten. Insgesamt werden 3.000 Niederschlagsmesser an Regierungseinrichtungen und Mobilfunkmasten angebracht.

Die Ausstattung wird mit dem Mobilfunknetz des Unternehmens VIVO verbunden. Die Messstationen werden sich in der Nähe von Risikogebieten befinden, welche vom Überwachungszentrum für Naturkatastrophen CEMADEN (Centro Nacional de Monitoramento e Alertas de Desastres Naturais) ermittelt wurden. Die Daten der Niederschlagsmesser werden schließlich mittels 3G-Technologie an das CEMADEN übertragen.

Insgesamt sind Investitionen in Höhe von 107 Millionen Reais (ca. 40,3 Millionen Euro) durch die brasilianische Regierung für den Kauf von Geräten, Wetterradaren und für Installationen in den Risikogebieten: dem Süden, Südosten, an der westlichen Küste des Nordostens Brasiliens sowie an vereinzelten Standpunkten im Amazonasgebiet vorgesehen.

In Zukunft sei auch geplant, dass die Bevölkerung per SMS bei möglichen Naturkatastrophen gewarnt wird, so Carlos Nobre, Sekretär für Forschungs- und Entwicklungsprogramme des MCTI. Das sogenannte Projekt Pluviômetro na Comunidade („Niederschlagsmesser in den Gemeinden“) würde derzeit noch analysiert werden. (ds)