Brasiliens Ungleichheit hat in den letzten Jahren leicht abgenommen. Dennoch bleibt Brasilien ein Schlusslicht weltweit. / Copyright: WikiCommons Autor: Pedroca Cerebral
Brasiliens Ungleichheit hat in den letzten Jahren leicht abgenommen. Dennoch bleibt Brasilien ein Schlusslicht weltweit. / Copyright: WikiCommons Autor: Pedroca Cerebral

Brasiliens Ungleichheit hat in den letzten Jahren leicht abgenommen. Dennoch bleibt Brasilien ein Schlusslicht weltweit. / Copyright: WikiCommons Autor: Pedroca Cerebral

Die soziale und wirtschaftliche Ungleichheit Brasiliens hat nach einer neuesten Untersuchung in den letzten acht Jahren leicht abgenommen. Dennoch ist der Einkommensunterschied zwischen arm und reich noch immer dramatisch. Während die einkommensschwächsten zehn Prozent der Gesellschaft auf 1,1 Prozent der Einkünfte kommen, verdienten die obersten zehn Prozent 41,9 Prozent der Einkommen. Der Gini-Koeffizient für Brasilien betrug demnach 0,507 Punkte. Das Land fällt unter die acht ungleichsten Länder der Welt, wie die vergangenen Freitag (29.11.) vorgestellte Studie zu den Bevölkerungsindikatoren (Síntese de Indicadores Sociais, kurz: SIS) des brasilianischen Statistischen Bundesamtes (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE) belegt.

Laut der Studie SIS, die Werte aus den Jahren 2004 und 2012 verglich, habe es in dieser Periode eine Verbesserung der Einkommensverteilung gegeben. Diese war aber „nicht genug, um die Ungleichheit bei den Einkommen im Land substantiell zu verändern“, so die SIS. Im Jahr 2004 erzielten die reichsten zehn Prozent noch 45,3 Prozent, also rund 3,5 Prozent mehr als im Jahr 2012. Bei den ärmsten zehn Prozent waren es 0,9 Prozent. Die Veränderung liegt hier demnach bei nur 0,2 Prozentpunkten.

Bei den absoluten Bestverdienern wiederum gab es im Grunde gar keine Veränderung. Auf den  reichsten Prozent der Bevölkerung fielen im Jahr 2004 13 Prozent, acht Jahre später waren es noch 12,9 Prozent. Das IBGE konstatierte, „die Einkommensverteilung bleibt extrem ungleich“. Das bedeutet, dass die vergangenen Mitte-Links-Regierungen den Lebensstandard der Ärmsten und Armen in den letzten zehn verbessert haben. Gleichwohl spiegelt sich dies nicht im Verhältnis zu den Reichsten wieder, deren Einkommen ebenso gestiegen sind. Die Politik der Regierung Lula ging keineswegs auf Kosten der Reichen.

Die soziale Spaltung verschärft sich noch bei der Aufteilung nach der Hautfarbe. Insgesamt 14,1 Prozent der Schwarzen und Mulatten sowie 5,3 der Weißen gehören zu den ärmsten Zehn. Hingegen gehören zu den reichsten Zehn nur 4,8 Prozent der Schwarzen, aber fast 18 Prozent der weißen Bevölkerung. Hier ist das Verhältnis fast eins zu vier. (ms)