Catarina de Albuquerque, Berichterstatterin der Vereinten Nationen, zieht Bilanz über Brasiliens sanitäre Grundversorgung / Copyright: Agência Brasil
Catarina de Albuquerque, Berichterstatterin der Vereinten Nationen, zieht Bilanz über Brasiliens sanitäre Grundversorgung / Copyright: Agência Brasil

Catarina de Albuquerque, Berichterstatterin der Vereinten Nationen, zieht Bilanz über Brasiliens sanitäre Grundversorgung / Copyright: Agência Brasil

Catarina de Albuquerque, Berichterstatterin der Vereinten Nationen, untersuchte innerhalb von zehn Tagen in Brasilien die Situation der sanitären Grundversorgung. Fazit ihrer Untersuchungen war, dass sie sehr große Ungleichheiten innerhalb des Landes feststellen konnte. Besonders von den schlechten Bedingungen im Norden Brasiliens sei Albuquerque überrascht.

„Ich habe viele Kontraste gesehen. Es gibt Regionen, wo das Niveau eines Industrielandes vorzufinden ist, wie in den Bundesstaaten São Paulo und Rio de Janeiro, mit Städten mit einer Abwasserversorgung bei über 93 Prozent. Ich habe aber auch andere Regionen gesehen, wie Belém, wo die Rate bei nur 7,7 Prozent lag und Macapá bei 5,5 Prozent. Außerdem habe ich sehr große Unterschiede zwischen Arm und Reich bemerkt“, so die Beauftragte.

Bei ihren Untersuchungen achtete Albuquerque insbesondere auf die Situation in den brasilianischen Armenvierteln, den Favelas, auf informelle Siedlungen und auf die ländlichen Gebiete, vor allem diejenigen, die von der Dürre betroffen sind. Brasilien befinde sich unter den zehn Ländern, in denen es am meisten an Toiletten fehle, das betrifft sieben Millionen Brasilianer. 52 Prozent der Bevölkerung haben keine Abwasserversorgung und bei nur 38 Prozent wird das Abwasser behandelt.

Für die Spezialistin würden die geringen Investitionen in die Abwasserversorgung in hohe Kosten im öffentlichen Gesundheitswesen resultieren. Hierbei handele es sich hauptsächlich um Durchfallerkrankungen vor allem bei Kindern bis zu fünf Jahren. Ein weiteres Problem seien die hohen Kosten für Wasser- und Abwasserraten bei der Bevölkerung mit niedrigem Einkommen. Die Rate dafür dürfe fünf Prozent des Familieneinkommens nicht überschreiten, riet Albuquerque.

Die Beauftragte lobte aber auch die Fortschritte, die bereits im Bereich Abwasserversorgung gemacht wurden. Vor allem der kürzlich genehmigte Nationale Plan zur sanitären Grundversorgung PLANSAB werde auf lange Sicht dazu beitragen, dass es in diesem Bereich mit Investitionen in Höhe von 508 Milliarden Reais zwischen 2013 und 2033 zu Verbesserungen kommt. (ds)