Der Tourismusminister, Gastão Vieira, sieht in Brasilien großes Potenzial / Copyright: Agência Brasil

Der Tourismusminister, Gastão Vieira, sieht in Brasilien großes Potenzial / Copyright: Agência Brasil

Bei einem Interview gab der brasilianische Tourismusminister, Gastão Vieira, gestern (13.03.) bekannt, dass Brasilien das Potenzial habe, bis zum Jahr 2022 eines der fünf wichtigsten Tourismusziele der Welt zu werden. Das Gespräch fand nach der Veranstaltung des Forum Panrotas in São Paulo statt, wo sich Viera mit weiteren lateinamerikanischen Tourismusministern traf.

Viera betonte, dass sowohl das wirtschaftliche Potenzial des Landes, als auch die Veranstaltungsagenda für die nächsten Jahre, deutlich dazu beitragen würden, dass sich dieses Vorhaben auch verwirklichen lasse.

Die Anzahl der Touristen, die Brasilien jedes Jahr besuchen, liegt seit mehr als zehn Jahren bei etwa fünf Millionen Besuchern. Damit liegt Brasilien hinter Argentinien (5,7 Millionen Besucher in 2011). 2010 kam Brasilien auf 5,2 Millionen und die noch nicht offiziell bestätigten Zahlen für 2011 werden auf etwa 5,4 Millionen geschätzt – damit wäre der Rekord des Landes erreicht. Hochrechnungen des nationalen Regierungsplans zufolge, werde der Touristenstrom im Jahr 2015 auf 7,1 Millionen internationale Besucher angewachsen sein.

Im Vergleich: Der Welttourismusorganisation zufolge leitete im Jahr 2011 Frankreich das Ranking, mit 76,8 Millionen Touristen an. Auf dem zweiten Platz lagen die USA (54,9 Millionen). Es folgten China, Spanien und Italien. Mexico, welches im vergangenen Jahr 22,4 Millionen Touristen empfing, bezieht somit den zehnten Platz weltweit. Das Land, so die mexikanische Ministerin für Tourismus, Gloria Guevara, habe sich vorgenommen, bis 2018 die 50 Millionen-Marke erreicht zu haben.

Die Frage an den brasilianischen Minister, ob die Ziele Brasiliens nicht überambitioniert seien, verneinte dieser. Brasilien müsse hart arbeiten, aber dank der guten Grundvorrausetzungen sei es möglich, das Ziel zu erreichen.

Zu den Strategien, die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens als Touristendestination zu fördern, gehören die Reduzierung bürokratischen Aufwands für die Einreise, die Identifizierung neuer Märkte, besonders für Touristen aus den BRICS-Staaten und den Nachbarländern.

Noch sind die Ausgaben der Brasilianer im Ausland mehr als doppelt so hoch, wie die der internationalen Touristen im Land selbst (2011: 6,7 Milliarden US-Dollar). Damit die Touristen mehr Geld im Land ließen, so Viera, müsse Brasiliens vielseitiges Potenzial vermarktet werden: Historische Städte, Abenteuer-Reisen, Amazonas-Natur, Sonne und Meer. (jv)