Die Entsorgung von Restmüll und Giftstoffen war lange Zeit ein Problem Brasiliens / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Luis Miguel Bugallo Sánchez
Die Entsorgung von Restmüll und Giftstoffen war lange Zeit ein Problem Brasiliens / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Luis Miguel Bugallo Sánchez

Die Entsorgung von Restmüll und Giftstoffen war lange Zeit ein Problem Brasiliens / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Luis Miguel Bugallo Sánchez

Die Entsorgung von Restmüll und giftigen Stoffen ist in Brasilien schon lange ein Problem. In den vergangenen Wochen wurden nun verstärkt Lösungsansätze gesucht. Ein Ansatz ist die Rückführung der Reststoffe an Unternehmen, die das Produkt hergestellt haben. Diese sogenannte umgekehrte Logistik (Logística Reversa) verspricht nun erste kleine Erfolge.

Nach Informationen einer Studie des Instituts für Logistik und Supply Chain (Instituto de Logística e Supply Chain, kurz: Ilos), die gestern (23.08.) im Rahmen des 18. Internationalen Forums für Logistik (18º Fórum Internacional de Logística) in Rio de Janeiro vorgestellt wurde, bieten bereits 60 der 100 größten Unternehmen Brasiliens eine Rücknahme der Reststoffe und des Giftmülls an.

Die Beraterin des Ilos, Gisela Sousa, gab jedoch zu Bedenken, dass zwar ein Großteil der Unternehmen den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht hätte, jedoch noch keine repräsentativen Fortschritte zu verzeichnen seien. Viele Unternehmen hätten Angst, ihrem Ruf zu schaden, falls sie sich nicht an der Rücknahme beteiligten, erklärt Sousa. Die Notwendigkeit der Rücknahme werde in vielen Unternehmen noch nicht gesehen. Sousa kritisierte, dass die meisten Unternehmen sich nicht um Nachhaltigkeit bemühen. Für den Großteil der Unternehmen gehe der Grad an Investitionen für nachhaltiges Handeln vor allem mit der Steigerung ihres Gewinns einher. 70 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie zukünftig pro Jahr lediglich 400.000 Reais (rund 159.000 Euro) in die Rücknahme des Mülls investieren wollen.

Bessere Anreize für Unternehmen sollen während des Internationalen Forums für Logistik gefunden werden. Sousa hofft, dass bereits im Oktober oder November Details für eine verbesserte Umsetzung veröffentlicht werden können. (sg)