Die Kaffeebauern machen momentan Verluste / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Erlingerl1
Die Kaffeebauern machen momentan Verluste / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Erlingerl1

Die Kaffeebauern machen momentan Verluste / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Erlingerl1

Die brasilianische Regierung hat Maßnahmen zur finanziellen Unterstützung der Kaffeeproduzenten angekündigt. Diese sollten planmäßig gestern (05.08.) bekannt gemacht werden. Die Bekanntmachung wurde nun aber durch Regierungsvertreter bis auf weiteres verschoben, was zu einer empörten Reaktion der Kaffeebauern führte. Diese warten seit Beginn der Ernte auf Unterstützung.

Der Agraringenieur und Kaffeeproduzent Flávio Bahia, der darüber hinaus Vizepräsident der Kammer für Café in der Region Matas im Bundesstaat Minas Gerais (Câmara do Café das Matas de Minas) ist, kritisierte, dass die versprochene Unterstützung durch die Regierung so lange auf sich warten lässt. Die Ernte habe bereits begonnen und die Bauern seien gezwungen den Kaffee zu einem sehr niedrigen Preis weiterzuverkaufen. Ein Sack Kaffee (ca. 60 kg) werde momentan für ca. 245 Reais (rund 80 Euro) verkauft, koste jedoch in seiner Produktion um die 365 Reais (rund 119 Euro). „Für unsere Arbeit müssen wir also momentan bezahlen, anstatt Geld zu verdienen“, beklagt Bahia.

Auch wenn große Mengen an den Endverbraucher verkauft und exportiert werden, könne dies die Kosten der Kaffeebauern nicht decken. Doch die Subventionszahlungen durch die Regierung blieben bislang aus. Diese werden aber dringend benötigt, um Arbeiter bezahlen und neue Kaffeepflanzen säen zu können. Sprecher des Sektors fordern außerdem verlängerte Rückzahlungsmöglichkeiten für Kredite, da es unmöglich sei im Rahmen der Verlustgeschäfte zusätzlich Kredite abzubezahlen. Sie fordern deshalb eine Verlängerung der Vertragslaufzeit auf 20 Jahre.

Trotz der Kritik hält die Regierung an ihrer Entscheidung fest, den Beginn der Maßnahmen zu verschieben. Man wolle mit der Unterstützung alle erreichen und nicht nur einzelne Kaffeebauern. Um dies jedoch zu erreichen müsse man umfassendere Regelungen ergreifen, deren Konzeption mehr Zeit beanspruche, so hieß es aus Regierungskreisen. (sg)