In Brasilien soll die städische Landwirtschaft gesetzlich sichergestellt werden / Copyright: Wikipedia, gemeinfrei

In Brasilien soll die städische Landwirtschaft gesetzlich sichergestellt werden / Copyright: Wikipedia, gemeinfrei

Die Lebensmittelherstellung in Städten kann zur Versorgung in brasilianischen Metropolen genutzt werden, schafft Arbeitsplätze und leistet einen Beitrag zur gesunden Ernährung der Bevölkerung. Die sogenannte städtische beziehungsweise urbane Landwirtschaft wird auch in Brasilien als sinnvolle Methode für die Zukunft erachtet. In bereits mehr als 600 Orten Brasiliens betreibt man diese Art von Landwirtschaft. Es sind Gemeinschaften, Gruppen oder einzelne Personen, die hauptsächlich Gemüse anbauen, sowohl für den eigenen Gebrauch als auch für den Verkauf auf öffentlichen Märkten.

Nun möchte das brasilianische Ministerium für Entwicklung und Hungerbekämpfung MDS (Ministério do Desenvolvimento Social e Combate à Fome) diese Personen stärker unterstützen. Erste Umfragen wurden schon im Jahr 2007 durchgeführt, weitere Studien sind für 2013 geplant. Maya Takagi, Sekretärin für die Lebensmittelsicherung des MDS, teilte allerdings mit, dass es teilweise schwierig sei, diese Kleinbauern ausfindig zu machen. Zurückzuführen ist das auf die fehlende rechtliche Absicherung. Aus diesem Grund wird derzeit eine Verordnung für städtische Landwirtschaft vorbereitet, die im Dezember dieses Jahres veröffentlicht werden soll.

Durch die Verordnung soll beispielsweise die Versorgung von Schulen sichergestellt werden. Auch ziele man darauf ab, dass Familien ihre Grundnahrungsmittel durch städtische Landwirtschaft erhalten. Allerdings gäbe es noch Schwierigkeiten beim Verkauf der Produkte in Supermärkten.

Seit dem Jahr 2003 ist die städtische Landwirtschaft Thema bei politischen Debatten in Brasilien und es wurden bereits 117 Millionen Reais (etwa 44,9 Millionen Euro) in diesen Bereich von der brasilianischen Regierung investiert. Für 2013 sehe der MDS Investitionen in Höhe von zehn Millionen Reais vor, die den Familien mit geringem Einkommen zur Verfügung stehen werden, die im Register für Sozialprogramme der brasilianischen Regierung (Cadastro Único para Programas Sociais do Governo Federal – MDS) eingetragen sind. Denn unter diesen Personen befindet sich ein Großteil der städtischen Landwirte.

Auch die Vereinten Nationen sehen die Bemühungen Brasiliens als wichtigen Schritt an, da es eine Tendenz gäbe, dass immer mehr Menschen in Städten leben werden. So schätze man, dass es 2050 70 Prozent der Menschen sind. Damit müsse auch eine Quelle für die gesunde Ernährung der Bevölkerung gesichert werden. Brasilien ist schon heute ein stark urbanisiertes Land. Deshalb sei die Initiative der brasilianischen Regierung sehr bedeutend, so Hélder Muteia, Repräsentant der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO der Vereinten Nationen. (ds)