Célio Porto, Sekretär der internationalen Beziehungen des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums / Copyright: Agência Brasil

Célio Porto, Sekretär der internationalen Beziehungen des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums / Copyright: Agência Brasil

Brasilien werde sich in den nächsten vier Jahren zu einem der Schwellenländer mit den besten Voraussetzungen entwickeln, das die weltweite Nachfrage nach Lebensmitteln bedienen kann, so äußerte gestern (08.01.) Célio Porto, Sekretär für internationale Beziehungen des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums. Laut Porto teilen die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) dieses Potenzial. Die Entwicklung sei damit zu begründen, dass die Länder 43 Prozent der Weltbevölkerung und 40 Prozent der Fläche der Erde ausmachen.

Der Minister äußerte sich außerdem dazu, dass Brasilien großes Potenzial hätte, das Lebensmittelangebot nicht nur im Binnenmarkt, sondern auch für Exporte auszuweiten. Dieses sei eine Strategie zur Ernährung der Weltbevölkerung in den nächsten Jahren. Der Fakt, dass Brasilien Lebensmittel in Gebieten mit geringem Kohlenstoffanteil anbaut und degradierte Böden nutzt und somit die Ausbeutung neuer Gebiete vermeidet, wird von anderen Ländern als positiv eingeschätzt, so Porto.

Bei ihrer letzten Versammlung im November 2011 bildeten die BRICS-Staaten fünf Arbeitsgruppen, die Erfahrungen austauschten und der Welt helfen sollten, einen Ausweg aus der Krise zu finden. Eine der Gruppen diskutierte die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung der bedürftigsten Bevölkerungsschichten der Welt. Laut Porto hätten die positiven Erfahrungen mit Brasiliens Ernährungsprogramm Fome Zero („Keinen Hunger“) Südafrika dazu animiert, ein ähnliches Programm ins Leben zu rufen, um die ärmste Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen.

Der Mangel an Lebensmitteln in armen Regionen Afrikas soll eines der Themen der im Juni diesen Jahres stattfindenden Konferenz Rio+20 sein. Laut Porto könne die Annährung Brasiliens an Afrika bewirken, dass auch andere Länder mit ärmeren Nationen kooperieren. „Obwohl Brasilien keine so großen Ressourcen wie die Industrieländer hat, kann das Land wichtige Erfahrungen mit anderen Ländern teilen“, so Porto. (ds)