Brasilianische Reais-Münzen / Copyright: Creative Commons, Thavlosk

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Der Wechselkurs des brasilianischen Real zum US-Dollar ist in den vergangenen Tagen verstärkt unter Druck geraten und hat damit die Situation um die Importe nach Brasilien schwieriger gemacht. Gestern (22.05.) schloss der Wechselkurs zum US-Dollar bei einem neuen Hoch von 2,084 Reais. Damit werden die exportierten Güter aus Brasilien günstiger, für viele Landwirte und für die Agroindustrie bedeutet dieser Kurs aber auch eine Gefahr, denn sie haben meist ihre Produkte mit festen Kontrakten bereits an Händler verkauft und dabei einen weit niedrigeren Wechselkurs zum US-Dollar in ihre Kalkulationen einbezogen.

Der Abwertung des Real zum US-Dollar wird versucht, von Seiten der brasilianischen Zentralbank (Banco Central) entgegenzusteuern. Bereits in den letzen Tagen wurden immer wieder US-Dollar aus den Reserven der Zentralbank auf den Markt gebracht. Gestern wurden allein zwei swap-Operationen der Zentralbank mit einem Gesamtwert von über 2,2 Milliarden US-Dollar realisiert. In einer ersten Aktion wurden US-Dollar im Wert von 1,509 Milliarden auf den internationalen Markt gebracht und in einer zweiten, kleineren Aktion US-Dollar im Wert von ca. 678 Millionen US-Dollar.

Die Aufwertung des US-Dollar zum Real beträgt von Januar bis April damit allein 2,2 Prozent bei dem gestrigen Kurswert. Da Brasilien nicht das einzige Land ist, welches derzeit mit einer Aufwertung des US-Dollars zu kämpfen hat, ist davon auszugehen, dass auch andere Zentralbanken gleiche Operationen zur Stabilisierung ihrer Wechselkurse vornehmen werden. (mas)