Brasiliens Finanzminister Guido Mantega / Copyright: Agência Brasil

Brasiliens Finanzminister Guido Mantega / Copyright: Agência Brasil

Die Schüsse, welche die Regierung Dilma Rousseff laut dem Finanzminister Guido Mantega noch in Reserve hat, um das wirtschaftliche Wachstum in diesem Jahr zu steigern, dürften nun gefragt sein. Die am Freitag von der brasilianischen Zentralbank veröffentlichten Zahlen zeigen jedenfalls ein saisonbereinigtes wirtschaftliches Wachstum von nur noch 0,15 Prozent im ersten Quartal 2012 im Vergleich zum letzten Quartal 2011. Im Vergleich zur Periode Januar bis März 2011 bedeuten die neuen Zahlen sogar eine Reduktion des wirtschaftlichen Wachstums um 0,23 Prozent.

Vergleicht man jedoch die Jahresperioden, so ergibt sich aus dem Index der wirtschaftlichen Aktivität der brasilianischen Zentralbank (Índice de Atividade Econômica do Banco Central, kurz: IBC-Br) weiterhin ein saisonbereinigtes wirtschaftliches Wachstum von 1,57 Prozent. Für den März allein bedeuten die saisonbereinigten Zahlen eine Reduzierung um 0,35 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Ohne Saisonbereinigung hingegen beträgt das wirtschaftliche Wachstum zwischen Februar und März 11,23 Prozent.

Der IBC-Br hat neben seiner Funktion der reinen Analyse und Prognose der Wirtschaft noch die weitere Aufgabe, Anhaltspunkte für die geldpolitische Steuerung zu liefern. Das brasilianische Komitee für Geldpolitik (Comitê de Política Monetária, kurz: Copom) in der Zentralbank nimmt den IBC-Br als eine ihrer Grundlagen, um über Veränderungen am Leitzins Selic zu entscheiden. Auch deshalb sind die neuen Zahlen des IBC-Br wichtig, denn sie lassen auf die weitere Veränderungen am Kreditmarkt schließen. Bleiben die Zahlen auf diesem niedrigen Niveau, dann dürfte eine schnelle weitere Senkung des Selic eher nicht erfolgen. (mas)