Trotz Rekordverschuldung der brasilianischen Privathaushalte von rund 44 Prozent werden längst nicht europäische Dimensionen erreicht. / Copyright:Agência Brasil
Trotz Rekordverschuldung der brasilianischen Privathaushalte von rund 44 Prozent werden längst nicht europäische Dimensionen erreicht. / Copyright:Agência Brasil

Trotz Rekordverschuldung der brasilianischen Privathaushalte von rund 44 Prozent werden längst nicht europäische Dimensionen erreicht. / Copyright: Agência Brasil

Die Verschuldung der brasilianischen Privathaushalte ist auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Dennoch erreicht die durchschnittliche Verschuldung nicht einmal die Hälfte der Höhe europäischer oder US-amerikanischer Haushalte. Laut einem von der brasilianischen Zentralbank (Banco Central, kurz: BC) vergangenen Freitag (25.10.) veröffentlichten Bericht stieg die Privatverschuldung in Brasilien im Monat August im achten Monat in Folge. Zudem wurde ein neuer Schuldenrekord gebrochen. Durchschnittlich verfüge ein brasilianischer Arbeitnehmer über Schulden in Höhe von 45,36 Prozent seines Jahreseinkommens. Im August 2012 waren es noch 43,80 Prozent gewesen. Vor acht Jahren waren es 18,39 Prozent. Anfang 2011 wurde die 40-Prozent-Marke überschritten. Dennoch haben die Brasilianer vergleichsweise wenig bis sehr wenig Schulden.

In den USA beträgt die Verschuldung pro Haushalt rund 102 Prozent des Jahreseinkommens. Auch in den meisten Mitgliedsländern der EU werden laut der Statistikbehörde Eurostrat die 100 Prozent übertroffen. Die Familien von Dänemark, Irland, Zypern, den Niederlanden und Norwegen verfügen sogar über Schulden, die 200 Prozent des Jahreseinkommens ausmachen.

Laut dem Ökonom Fabio Gallo vom Wirtschaftsinstitut Fundação Getulio Vargas verhinderten die hohen Zinssätze in Brasilien eine weitere Verschuldung der Brasilianer. „Der große Unterschied zwischen Brasilien im Vergleich zu den fortgeschrittenen Ländern liegt nicht nur in der Höhe der Verschuldung sondern in der Höhe der Schuldendienste.“ Laut brasilianischer Zentralbank bieten die Brasilianer 21,4 Prozent ihres monatlichen Einkommens für die Begleichung von Krediten auf. Mehr als die Hälfte davon, 12,74 Prozent, seien Zinsleistungen, während nur 8,66 Prozent in den direkten Schuldenabbau gingen. In den USA und Europa sei dieses Verhältnis komplett verschieden. Während der Leitzins in den USA seit Jahren bei 0,25 Prozent und im Euroland bei 0,50 Prozent liegt, wurde er in Brasilien am 28.08. dieses Jahres um 0,50 Punkte auf  9,00 Prozent angehoben. (ms)