Große Gewinne bei der Versteigerung der Flughafenkonzessionen / Copyright: Agência Brasil

Große Gewinne bei der Versteigerung der Flughafenkonzessionen / Copyright: Agência Brasil

Einen großen Erfolg hat die brasilianische Regierung bei der Versteigerung der Konzessionen für die Flughäfen Guarulhos (bei São Paulo), Campinas und Brasília erzielen können. Auf der gestrigen Versteigerung (06.02.) wurde insgesamt ein Erlös von mehr als 24,5 Milliarden Reais (rund 10,9 Milliarden Euro) erzielt. Damit wurde die Zielmarke von 5,5 Milliarden Reais (ca. 2,4 Milliarden Euro) um rund das fünffache übertroffen. Geboten hatten insgesamt elf Konsortien unterschiedlicher Unternehmen.

Der brasilianische Staat sieht sich nun mit erheblichen Mehreinnahmen konfrontiert. Allerdings werden die ersten Zahlungen erst ab 2013 fällig, so dass der diesjährige Haushalt davon unberührt bleibt, wie das Finanzministerium bekannt gab. Diese Zahlungsmodalitäten hatte die staatliche nationale Agentur für zivile Luftfahrt (Agência Nacional de Aviação Civil, kurz: Anac) bereits im Vorfeld der Versteigerung so festgelegt. Nach der ersten fälligen Zahlung in 2013 werden alle weiteren Zahlungen der Konzession im Jahresrhythmus durch die Konsortien geleistet.

Für die 20jährige Konzession auf Guarulhos, den größten internationalen Flughafen Brasiliens bei São Paulo, hatte das Konsortium aus Investimentos e Participações em Infraestrutura S.A (Invepar) und Acsa für 16,2 Milliarden Reais (ca. 7,2 Milliarden Euro) den Zuschlag erhalten. Rund 4,5 Milliarden Reais (rund zwei Milliarden Euro) war dem Konsortium aus Infravix Participações SA und Corporación America S.A. die Konzession für Brasílias Flughafen wert. Der Flughafen von Campinas erzielte mit 3,8 Milliarden Reais (ca. 1,7 Milliarden Euro) den geringsten Erlös aus der Konzession. Geboten hatte hier ein Konsortium aus Triunfo Participações e Investimentos, UTC Participações und Egis Airport Operation.

Als Erfolg und ein sehr gutes Zeichen für den Wirtschaftsstandort Brasilien wertete der Finanzminister das Ergebnis der Versteigerung. Die Regierung erhofft sich von dem Schritt auch eine Effizienzsteigerung bei den Flughäfen. Ganz in die private Wirtschaft entlassen werden die Flughäfen jedoch nicht. Die staatliche brasilianische Flughafenbetreiberfirma (Empresa Brasileira de Infraestrutura Aeroportuária, kurz: Infraero) behält bei allen Flughäfen die Anteile von 49 Prozent. Damit ist zum einen ein reibungsloserer Übergang in privatwirtschaftliche Hände gesichert. Zum anderen bleibt so der Einfluss auf die Flughafenbetreiber in staatlicher Hand und ist durch die Gremien institutionalisiert. Natürlich bedeutet die obligatorische Beteiligung von 49 Prozent auch, dass Infraero diesen Anteil an den Gewinnen des Flughafens erhält und so als brasilianisches Unternehmen Arbeitsplätze sichern kann. (mas)