Politisches Säbelrasseln mit der FIFA. Joseph Blatter bei seinem letzten Besuch mit Parlamentspräsident Marco Maia / Copyright: Agência Brasil

Politisches Säbelrasseln mit der FIFA. Joseph Blatter bei seinem letzten Besuch mit Parlamentspräsident Marco Maia / Copyright: Agência Brasil

Für die gemeinsame Sitzung der Ausschüsse des brasilianischen Senats am Mittwoch, 11.April, welche sich derzeit mit dem Gesetz zur Fussball-WM (Lei Geral da Copa) befassen, wurde seitens der Senatoren die Anwesenheit des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter verlangt. Die Senatoren lehnten es ab, mit dem von der FIFA beauftragten Generalsekretär Jérôme Valcke über die noch offenen Punkte zu sprechen. Bereits seit Wochen schwelt ein Konflikt zwischen der FIFA und brasilianischen Politkern, da der für die Fussballweltmeisterschaft 2014 beauftragte Generalsekretär der FIFA, Jérôme Valcke, Anfang März auf einer Konferenz in London den brasilianischen Verantwortlichen einen „Tritt in den Hintern“ verpassen wollte.

Derzeit wird das Gesetz, welches Eintrittspreise, den Verkauf alkoholischer Getränke und andere organisatorische Fragen der Fussball-WM regeln soll im Senat beraten, nachdem es bereits über Wochen in den Ausschüssen des Parlaments verhandelt wurde. Die Verantwortlichen der FIFA reklamieren bereits seit letztem Jahr immer wieder die langsamen Fortschritte Brasiliens auf dem Gebiet der Vorbereitungen und so ist die Stimmung alles andere als gelöst bei den organisatorischen Fragen zur Fussballweltmeisterschaft 2014.

Ob Joseph Blatter sich dem politischen Vabanque-Spiel in Brasilien aussetzt, ist derzeit allerdings noch ungewiss. Seine Teilnahme an der gemeinsamen Ausschusssitzung hat er bisher noch nicht zugesagt. Allerdings ist die FIFA unter Druck, will sie doch bestimmte Punkte in dem Gesetz verankert sehen. So ist die Erlaubnis zum Verkauf und Konsum von Alkohol in den Stadien während der Fussball-WM ein eindeutiger Wunsch der FIFA-Verantwortlichen.

Der brasilianische Sportminister, Aldo Rebelo, hat sein Kommen zur Ausschusssitzung bereits zugesagt. Doch eine Verteidigung ihrer Positionen hat die FIFA nicht von ihm zu erwarten. Die brasilianische Regierung hatte im Vorfeld bereits mehrfach ihre Abneigung zum Alkoholkonsum ausgedrückt und auch auf den Gesetzgebungsprozess dahingehend Einfluss genommen. Sollte der FIFA-Präsident Joseph Blatter also nicht zur Ausschusssitzung anwesend sein, so hat die zuständige Berichterstatterin des Senats,  Ana Amélia bereits verlauten lassen, dann würde der Gesetzgebungsprozess im Senat ohne die Position der FIFA weitergehen. (mas)