Brasilien will die Visavergabe für Hochqualifizierte erleichtern. Maßnahmen werden im März 2013 vorgestellt / Copyright Igepri

Brasilien will die Visavergabe für Hochqualifizierte erleichtern. Maßnahmen werden im März 2013 vorgestellt / Copyright: Igepri

Brasilien möchte die Einreisebestimmungen für Hochqualifizierte drastisch lockern und so Anreize schaffen, mehr ausländische Arbeitskräfte ins Land zu holen.

Wie Ricardo Paes de Barros, Sekretär im Ministerium für Strategische Entwicklungen (Secretaria de Assuntos Estratégicos da Presidência da República) ankündigte, werde sein Ministerium bis März 2013 eine Maßnahmenliste vorlegen, um die Visa- und Einreisebestimmungen für hochqualifizierte ausländische Arbeitskräfte zu erleichtern. Damit soll der brasilianische Arbeitsmarkt attraktiver und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöht werden. Was die Regierung erreichen möchte, so Paes de Barros, sei das Land offener zu gestalten, als es Kanada oder Australien sind. Diese beiden Länder sind für ihre Anreize bei der Einreisepolitik bekannt.

Eine der Maßnahmen soll sein, dass zur Ausstellung eines Arbeitsvisums kein bestehender Arbeitsvertrag mehr vorliegen muss, so dass sich der Arbeitssuchende bereits mit einem gültigen Arbeitsvisum im Land auf Stellensuche begeben kann. Die Pläne sehen ebenso vor, dass der ausländische Arbeitnehmer bei einem Arbeitsplatzwechsel nicht mehr wie bisher, das Land verlassen muss, um ein neues Arbeitsvisum zu beantragen. Diese Regelung traf sogar dann zu, wenn der Angestellte nur innerhalb eines Unternehmens seinen Posten oder das Bundesland wechselte. Gerade bei Hochqualifizierten im Wissenschafts- oder Ingenieursbereich kommt das aber häufig vor. Zudem sollen zukünftig Arbeitsvisa an die Familienangehörigen der ausländischen Angestellten vergeben werden. Auch Praktika sollen bald unkompliziert angenommen werden können, womit die Regierung vor allem die Hochschulabsolventen im Auge hat.

Mit diesem Vorhaben reagiert die Regierung auf die Wettbewerbsnachteile vieler brasilianischer Unternehmen, die sich aus den restriktiven Einreisebestimmungen ergaben. Manchmal blieben Stellen unbesetzt, weil sich aufgrund der komplizierten und langwierigen Visavergabe keine ausländischen Fachkräfte finden ließen. Zuletzt war die Zahl der ausländischen Bevölkerung in Brasilien sogar gesunken und beträgt derzeit nur 0,3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Damit liegt Brasilien weit hinter dem weltweiten Durchschnitt von drei Prozent und sogar hinter dem Lateinamerikas mit 1,5 Prozent. Dies aber soll sich nun drastisch ändern. (ms)