Tatiana Lacerda Prazeres, Sekretärin des brasilianischen Ministeriums für Entwicklung, Industrie und Außenhandel / Copyright: Agência Brasil

Tatiana Lacerda Prazeres, Sekretärin des brasilianischen Ministeriums für Entwicklung, Industrie und Außenhandel / Copyright: Agência Brasil

Besorgt um den Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten in Europa, verursacht durch die internationale Krise, zog die Regierung Brasiliens den Schluss, dass das Land nicht mit der Europäischen Union (EU) rechnen könne, um den Anstieg der brasilianischen Exporte im kommenden Jahr weiterhin aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grund sucht die brasilianische Regierung nach Ausweichmöglichkeiten für die Produkte, die normalerweise in den europäischen Markt exportiert werden.

Resultate dieser Besprechungen sind bereits im brasilianischen Ministerium für Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior, kurz: MDIC) sichtbar. Der Minister Fernando Pimentel wird in den nächsten Tagen nach Afrika reisen, um dort die Grundsteine, die die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bei ihrer letzten Afrikareise bezüglich möglicher Handelsbeziehungen gelegt hat, weiter auszubauen. Pimentel wird nach Angola, Südafrika und Mosambik fahren.

Des Weiteren sollen Mechanismen zu „personalisierten“ Finanzierungen für Exporte geschaffen werden, deren Zielmärkte Risiken ausgesetzt sind. Außer der Stärkung der Präsenz brasilianischer Produkte in Afrika könnte auch der Mittlere Osten sowie Lateinamerika stärker anvisiert werden.

Tatiana Lacerda Prazeres, Sekretärin der Abteilung Außenhandel des brasilianischen Entwicklungsministeriums, bekundete, dass Optionen für Brasilien die Märkte seien, die in einem höheren Rhythmus wachsen. Aus diesem Grund wolle sich Brasilien auf die weniger traditionellen Märkte konzentrieren, die sich als dynamischer herausstellen.

Auch die Zahlen würden für sich sprechen. Im Oktober gab es im Vergleich zum vergangenen Jahr bereits einen Rückgang der Exporte in die EU, während die Verkäufe nach Lateinamerika und in die Karibik um 44,5 Prozent gestiegen sind.

Die Präsenz brasilianischer Produkte sank vor allem in den Ländern Deutschland, Großbritannien, Spanien und Belgien. (ds)