Der brasilianische Vizepräsident, Michel Temer, glaubt, dass die Arbeit Wahrheitskommission in Brasilien für Frieden sorgen wird / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Vizepräsident, Michel Temer, glaubt, dass die Arbeit Wahrheitskommission in Brasilien für Frieden sorgen wird / Copyright: Agência Brasil

Die Wahrheitskommission (Comissão da Verdade), die zur Untersuchung und Klärung von Menschenrechtsverletzungen zur Zeit der Militärdiktatur in Brasilien zwischen den Jahren 1946 und 1988 ins Leben gerufen wurde, werde Frieden für das Land bringen. Dies teilte gestern (14.05.) der Vizepräsident der Republik, Michel Temer, mit.

In der letzten Woche waren die sieben Schlüsselfiguren der Kommission durch die Präsidentin Dilma Rousseff bekannt gegeben worden: der Minister des Obersten Gerichtshofs (Superior Tribunal Justiça, kurz: STJ), Gilson Dipp; der Anwalt und ehemalige Justizminister, José Carlos Dias; die langjährige Anwältin der Präsidentin, Rosa Maria Cardoso da Cunha; der ehemalige Generalstaatsanwalt der Republik, Claudio Fontales; der Soziologe Paulo Sérgio, die Psychoanalytikerin Maria Rita Kehl sowie der Anwalt José Carlos Cavalcanti Filho. All diese Namen seien von großer Bedeutung, die Personen hätten alle viel Einfluss und vor allem Sachlichkeit, so der Vizepräsident. Viele von ihnen, wie auch Dias, haben während der Militärdiktatur politische Gefangene rechtlich vertreten und gehören in der Mehrheit dem linken politischen Feld an. Dennoch bestätigte Dias, dass nicht nur die Verletzungen auf Seiten des Militärregimes, sondern ebenso die Verbrechen, die durch militante Linke begangen wurden, auf der Agenda der Kommission stehen werden.

Zwei Jahre lang haben die Mitglieder nun Zeit, einen Bericht samt Schlussfolgerungen und Empfehlungen über die begangenen Verbrechen zu erstellen.

Vizepräsident Temer zeigte sich überzeugt, dass die Ermittlung der Wahrheit das Land nicht aufwühlen, sondern im Gegenteil befrieden wird. Für ihn handele es sich bei der Untersuchungskommission nicht um einen Racheakt gegen die verübten Verbrechen, sondern um wirkliche Pazifizierungsarbeit.

Die Kommission wird übermorgen (16.05.) feierlich im Palast der Hochebene, in Anwesenheit der ehemaligen Präsidenten der Republik José Sarney, Fernando Collor, Fernando Henrique Cardoso und Luiz Inácio Lula da Silva, in ihr Amt eingewiesen. (jv)