Die brasilianische Regierung will der Arbeitslosigkeit entgegenwirken / Copyright: Wikimedia Creative Commons, José Luis Marín
Die brasilianische Regierung will der Arbeitslosigkeit entgegenwirken / Copyright: Wikimedia Creative Commons, José Luis Marín

Die brasilianische Regierung will der Arbeitslosigkeit entgegenwirken / Copyright: Wikimedia Creative Commons, José Luis Marín

Die brasilianische Regierung überlegt in diesen Tagen, ob sie die Empfänger von Arbeitslosengeld dazu verpflichten soll, eine Weiterbildung zu absolvieren. Die Idee brachte der Finanzminister Guido Mantega gestern (31.10.) vor. Die Regierung will damit den enormen Kosten langfristig entgegensteuern. Diese steigen laut Informationen des Finanzministeriums jährlich um 10 Prozent. In diesem Jahr betragen die Kosten, Hochrechnungen zufolge, rund 30 Milliarden Reais (rund 9,9 Milliarden Euro).

Zu einer Weiterbildung soll der Arbeitslose dann verpflichtet werden können, wenn er das zweite oder dritte Mal in Folge Arbeitslosengeld beantragt. Damit soll den Arbeitslosen der Wiedereinstieg erleichtert werden. Besonders bei Langzeitarbeitslosen sei der berufliche Wiedereinstieg schwierig. Eine zusätzlich erworbene Qualifikation erhöhe die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, erklärte Mantega. Außerdem verhinderten die Weiterbildungsmaßnahmen, dass der Arbeitnehmer parallel zum Erhalt des Arbeitslosengeldes einer illegalen, unangemeldeten Tätigkeit nachgeht. Die Schwarzarbeit sei weiterhin ein großes Problem im brasilianischen Arbeitsmarkt. Auch von der Unternehmerseite müsse sich die Einstellung dazu ändern. Bislang sähen sich immer noch zu viele Unternehmen nicht dazu verpflichtet, Arbeiter ordnungsgemäß anzumelden. Das Verantwortungsgefühl jedes Einzelnen gegenüber dem Staat müsse in diesem Gebiet stärker verbreitet sein.

In der kommenden Woche will sich Guido Mantega nun mit führenden Köpfen der großen Gewerkschaften zusammensetzen, um mögliche Maßnahmen zu besprechen. Dabei soll zusätzlich diskutiert werden, warum die Kosten für Arbeitslosenversicherung und weitere Lohnzuschüsse weiterhin steigend sind, obwohl die Anzahl der neuen Arbeitsplätze stetig steigt. (sg)