Sojapflanzung in Rio Grande do Sul / Copyright: Creative Commons, T. Fiorenze

Soja, eines der wichtigen Exportgüter Brasiliens, hier eine Pflanzung in Rio Grande do Sul / Copyright: Creative Commons, T. Fiorenze

Bereits die dritte Woche in Folge übersteigen die Importe die Exporte der brasilianischen Wirtschaft. Damit wird der Januar wohl mit einem negativen Außenhandelssaldo abschließen, denn die Importe übersteigen in der Summe allein für diesen Monat um 1,3 Milliarden US-Dollar (rund eine Milliarde Euro) die Exporte. In dieser dritten Woche des Januar wurden Güter im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro exportiert und im Gegenzug Waren mit einem Wert von rund drei Milliarden US-Dollar importiert.

Der negative Saldo der Außenhandelsbilanz im Januar lässt sich auf die geringeren Exporte von Rohwaren wie Eisen, Rohöl, Sojabohnen, Sojamehl und andere Waren zurückführen, deren Exportwert zum Teil um bis zu 21 Prozent unterhalb dem Wert aus den Vormonaten liegt. Auch bei den Industrieprodukten ist im Vergleich zu anderen Monaten der Absatz auf den internationalen Märkten zurückgegangen und liegt zum Teil mit rund acht Prozent unterhalb sonst üblicher Werte. Bei Produkten wie Aluminium, Cellulose, Stahl und vorbearbeiteten Eisenwaren hingegen sind die einzigen Waren mit einem leichten Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Im Vergleich zum Januar 2011 hat sich im Außenhandel eine Veränderung in doppelter Hinsicht vollzogen. Bei den Exporten gibt es eine Reduktion von rund drei Prozent zu verzeichnen, während die Importe um rund 12 Prozent über dem Wert aus dem Januar letzten Jahres liegt. Diese Zahlen zeigen zumindest ansatzweise die wirtschaftliche Situation Brasiliens im Vergleich zu der Situation mit der sich viele andere Ökonomien durch die Krise konfrontiert sehen. Hohe Importe sind ein Zeichen für weiterhin hohe wirtschaftliche Aktivität, hingegen lassen geringe Exporte auf eine Reduktion der wirtschaftlichen Aktivitäten auf anderen internationalen Märkten schließen, sollten nicht Wechselkursschwankungen die Ursache für die Veränderungen sein. (mas)