Motoren bei Citroën Peugeot Brasilien / Copyright: PSA Citroën Peugeot Brasil

Die verarbeitende Industrie in Brasilien bleibt in 2011 hinter den Erwartungen zurück / Motoren bei Citroën Peugeot Brasilien / Copyright: PSA Citroën Peugeot Brasil

Die Prognosen der Regierung für das Jahr 2011 waren für den Arbeitsmarkt sehr ehrgeizig. Projektiert waren insgesamt rund drei Millionen neue Arbeitsplätze in den verschiedenen Sektoren der brasilianischen Wirtschaft. Letztlich wurden im letzten Jahr rund 1,9 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen, was die Prognose nur zu zwei Dritteln erfüllt.

Der hauptsächliche Grund für die Diskrepanz ist vor allem im industriellen Sektor Brasiliens zu suchen und hier insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, das wesentlich weniger neue Arbeitsplätze geschaffen hat, als dies zu erwarten war. Weniger als die Hälfte, nur rund 215.500 neue Arbeitsplätze wurden im Vergleich zum Vorjahr 2010 (rund 544.000 Arbeitsplätze) geschaffen.

Der industrielle Sektor in Brasilien kämpft aktuell mit einer Reihe von Faktoren, die bereits ihren negativen Einfluss auf das Ergebnis in 2011 entfalten konnten. So bedeutet die internationale und vor allem europäische Krise ein Verlust von Exportabsätzen und damit von inländischer Produktion. Auch die Stagnation der Nachfrage auf dem inländischen Markt und die Konkurrenz durch Importe ausländischer Hersteller sind Faktoren, welche letztlich einen Einfluss auf die Schaffung von Arbeitsplätzen in Brasilien nehmen. Der nationale Industrieverband (Confederação Nacional da Indústria, kurz: CNI) hatte in mehreren Studien bei den teilnehmenden Betrieben Evidenz zu diesen Punkten gefunden und hofft nun auf den stimulierenden Einfluss, den die Änderungen der Besteuerung von Industrieprodukten bringen könnten. Dies könnte zumindest die Binnennachfrage stimulieren und inländisch produzierte Produkte wieder mehr konkurrenzfähig gegenüber Importen machen. (mas)