Formelle oder informelle Arbeit? Zuckerplantagenarbeiter bei São Paulo / Copyright: Wikimedia, João H. Rosa

Formelle oder informelle Arbeit? Zuckerplantagenarbeiter bei São Paulo / Copyright: Wikimedia, João H. Rosa

Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze in Brasilien ist im Mai diesen Jahres deutlich gesunken und verzeichnet damit zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang. Man kann sogar von einem regelrechten Einbruch auf dem Arbeitsmarkt sprechen, denn im Vergleich zum Monat April sind 44,5 Prozent weniger Stellen angeboten worden. Die Zahl der formal geschaffenen Arbeitsplätze liegt mit 139.679 auf dem niedrigsten Stand seit 2009 und stellt auch ein Spiegelbild der ökonomischen Situation derzeit dar und zeigt vor allem die Erwartungen der Unternehmer auf zukünftige Entwicklungen in Brasiliens Wirtschaft. Im Mai vergangenen Jahres wurden noch 252.067 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die Entwicklung der Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze bedeutet eine Zäsur des Wachstumszieles, denn auch wenn die Regierung Dilma Rousseffs das wirtschaftliche Wachstumsziel von 3,23 Prozent eisern verteidigt, die Unternehmen scheinen dieser Prognose nicht zu vertrauen. Auf das Jahr 2012 bezogen wurden bereits 21 Prozent weniger Stellen als in den gleichen fünf Monaten im Jahr 2011 geschaffen.

Die Zahlen zeigen jedoch nur den Trend der formalen Arbeitsverhältnisse. Auf dem informellen Arbeitsmarkt kann die Situation derzeit eine andere sein und dieser könnte Überschüsse an Arbeitskräften eventuell absorbieren. Die offizielle Arbeitslosenquote in Brasilien beträgt für den Mai auch nur 5,8 Prozent und die Quote ist auf dem niedrigsten Stand seit 2002. Die Zahlen können auch in der Erhebungsmethode ihre Ursache haben, denn anders als in Deutschland sind Arbeitslosenzahlen keine Vollerhebung, sondern nur eine Erhebung in sechs Metropolregionen. Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze hingegen ist eine statistische Vollerhebung und deckt ganz Brasilien ab. (mas)