Durch günstige Kredite will Brasilien die Flaute auf dem Automobilmarkt überbrücken. / Copyright: Agência Brasil Brasilien und Argentinien haben gestern ein neues Automobilabkommen unterzeichnet / Copyright: Agência Brasil

Brasilien will seine angeschlagene Automobilindustrie durch günstige Kredite wiederbeleben. Um die Wirtschaft mithilfe entsprechender Kreditlinien anzukurbeln, greift die brasilianische Regierung auf öffentliche Banken zurück, wie lokale Medien berichten.

Nachdem am Dienstag (18.8.) die öffentliche Bank Banco Nossa Caixa angekündigt hatte, fünf Milliarden Reais (etwa 1,3 Mrd. Euro) an Finanzmitteln bereit zu stellen, teilte am Mittwoch (19.8.) auch die öffentliche Bank Banco do Brasil mit, bis Jahresende 3,1 Milliarden Reais (etwa 800 Mio. Euro) zur Verfügung zu stellen.

Wie die Zeitung O Estado de S. Paulo berichtet, sollen insgesamt 26 Zuliefererunternehmen aus dem Automobilsektor von dem Finanzierungsprogramm profitieren. Darüber hinaus habe Banco do Brasil erklärt, mit einer Erweiterung des Programms auf neun Milliarden Reais (etwa 2,3 Mrd. Euro) zusätzlich 500 Unternehmen und Genossenschaften mit einer weiteren Kreditlinie erreichen zu wollen.

Ziel ist es, die anhaltende Stagnation der Industrie umzukehren. Die Regierung will insbesondere der auch auf den Export ausgerichteten Automobilindustrie neue Wachstumsimpulse geben. Zuletzt war es durch den langanhaltenden Rückgang bei der Nachfrage vermehrt zu Entlassungen bei großen Autoherstellern gekommen (BrasilNews berichtete, 10.08.2015).

Die Banco do Brasil plant in dem Zusammenhang zudem ein Modell-Projekt für den An- und Verkauf gebrauchter Maschinen aus Industrie und Landwirtschaft sowie von LKW. Mit Unterstützung des brasilianischen Bundesverbandes der Automobilhersteller (Anfavea) sollen bis Jahresende mindestens 1000 Fahrzeuge den Besitzer wechseln. Dabei sollen die Käufer ebenfalls durch günstige Kredite unterstützt werden. Zu erwarten ist, dass der Verkauf gebrauchter Fahrzeuge die Anschaffung neuer zur Folge hat. (ms)

Quelle: Estadão