Große Automobilkonzerne wie Volkswagen, Daimler und Ford haben ihre Produktion zurückgefahren / Copyright: Wikimedia Commons (Taneli Rajala)
Große Automobilkonzerne wie Volkswagen, Daimler und Ford haben ihre Produktion zurückgefahren /  Copyright: Wikimedia Commons (Taneli Rajala)

Große Automobilkonzerne wie Volkswagen, Daimler und Ford haben ihre Produktion zurückgefahren / Copyright: Wikimedia Commons (Taneli Rajala)

Die brasilianische Regierung hat in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder Maßnahmen getroffen, um die negativen Effekte der internationalen Krise abzuwehren und dem vorausgesagten sinkenden Wirtschaftswachstum des Landes entgegenzuwirken. In diesem Rahmen hatte die Regierung unter anderem Steuersenkungen vorgenommen und den Leitzins herabgesetzt. Auch die Steuern für jegliche finanzielle Transaktionen von Privatpersonen wurden reduziert.

Eine weitere Maßnahme der Regierung Rousseff ist die Senkung der Autosteuer. Ebenfalls geplant sind Erleichterungen für Privatpersonen bei Autokäufen. Die brasilianische Zentralbank will rund 18 Milliarden Reais (ca. sieben Milliarden Euro) für Autofinanzierungskredite zur Verfügung stellen. Autohersteller reagieren auf die Maßnahmen der Politik. Sie sagten zum Teil Preissenkungen von bis zu zehn Prozent zu und nahmen von Personalentlassungen abstand.

Die Autoindustrie hatte im April einen Einbruch von elf Prozent zu verzeichnen, der Verkauf von Lkw und Bussen sank sogar um 28 Prozent. Anfang Mai erholte sich die Branche leicht und nahm um fünf Prozent zu. Auch die großen Automarken wie Volkswagen, Daimler und Ford sind von diesem Einbruch betroffen. Im März legte Daimler das Mercedes-Benz-Lkw-Werk in São Paulo für neun Tage still, um eine Überproduktion zu vermeiden. Alle Arbeiter wurde in den Zwangsurlaub geschickt. Ford und Volkswagen verringern ebenfalls die Produktion, um Lagerbestände nicht weiter ansteigen zu lassen.

Die internationale Krise ist in ihrem Ausmaß mittlerweile auch in Brasilien zu spüren. Ein großer Teil der Nachfrage aus Europa und den USA fällt weg. Deswegen setzt das Land nun verstärkt auf die Binnennachfrage, die allerdings gestärkt und unterstützt werden muss. Finanzminister Guido Mantega sagte am Montag (21.05), Anstrengungen zur Förderung des Wirtschaftswachstums würden nun verdoppelt. Die Automobilindustrie Brasiliens sei die drittgrößte weltweit und mache 20 Prozent der brasilianischen Wirtschaft aus, so Mantega. (sg)