Sojapflanzungen wie hier in Rondônia sind zum Teil durch Ernteversicherungen gegen Wetterkatastrophen geschützt / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, R. Irie

Sojapflanzungen wie hier in Rondônia sind zum Teil durch Ernteversicherungen gegen Wetterkatastrophen geschützt / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, R. Irie

Für einige agroindustrielle Produzenten in Brasilien könnte es in Zukunft eine deutliche Reduktion ihrer wetterbedingten Risiken geben, wenn das Agrarministerium (Ministério da Agricultura) seine Ankündigung zur Ausweitung der Agrarversicherung tatsächlich umsetzt. Gestern (27.03.) hatte der für die Agrarpolitik zuständige Sekretär im Agrarministerium bekannt gegeben, die Kriterien für eine Abdeckung durch die Ernteversicherung so zu ändern, damit diese einen größeren Anteil der Produzenten abdecke.

Im Falle eines Ernteverlustes durch Wettereinflüsse wie Starkregen, Dürre oder anderes zahlt die Ernteversicherung einen Teil der erwartbaren Gewinne aus der eigentlichen Ernte an die betroffenen Bauern aus. Mit einer Abdeckung durch eine solche Versicherung wird der großflächige Anbau von Saaten wie Mais und Soja auch in solchen Gebieten wirtschaftlich, die im Verhältnis zu anderen Gebieten häufiger von Wetterextremen betroffen sind. Da Wetterphänomene immer größere Regionen und damit auch viele Produzenten gleichzeitig betreffen, ist es für den brasilianischen Staat von großem Vorteil, diese Versicherung auf ein größeres Gebiet auszuweiten. Damit bleibt im Versicherungsfall in einer Region die Versicherung insgesamt weiter handlungsfähig.

Die Abdeckung durch die Versicherung schwankt bisher jedoch von Bundesstaat zu Bundesstaat. So gibt es Bundesstaaten wie Rio Grande do Sul, die eine Abdeckung von mehr als 90 Prozent durch die Ernteversicherung haben. Insgesamt sind jedoch nur etwa 7,9 Prozent der brasilianischen Agrarproduktion durch eine solche Versicherung abgedeckt. Politisch, und so ist der gestrige Vorstoß aus dem Agrarministerium wohl zu werten, ist es der brasilianischen Regierung daran gelegen, die Abdeckung langfristig zu erhöhen, um auch die Produktion von Exportprodukten wie Soja auch in Risikozonen zu garantieren.

Die brasilianische Regierung hatte zur Sicherung der Handlungsfähigkeit der Ernteversicherungen bereits vor Jahren einen Katastrophenfonds eingerichtet. Dieser erreichte im letzten Jahr noch ein Volumen von 253 Millionen Reais (ca. 104 Millionen Euro) und wurde in diesem Jahr auf 174 Millionen Reais (rund 71,7 Millionen Euro) reduziert. Eine Ausweitung der Abdeckung würde nun die Handlungsfähigkeit der Versicherungen wieder erhöhen. (mas)