Brasilien will keine Neuverhandlungen zum Strom von Itaipú

13.08.2012 | Wirtschaft |

Das zweitgrößtes Wasserkraftwerk der Welt Itaipú liefert den Strom für Brasiliens Süden / Copyright: Creative Commons, A. Leithold

In der letzten Woche hat die paraguayische Regierung den Versuch unternommen, die seit 1973 bestehenden Verträge zum großen Drei-Länder-Wasserkraftwerk Itaipú in Frage zu stellen und den dort produzierten Strom allein für Paraguay zu reklamieren. Nun scheint in Teilen die paraguayische Seite wieder etwas zurückzurudern, denn offiziell wird von der Seite Paraguays jetzt von Neuverhandlungen des Strompreises geredet. In dem bestehenden Vertrag stehen bisher die Hälfte des produzierten Stroms jeweils Paraguay und Brasilien zu. Die neu angestoßene Diskussion dreht sich um die Überschüsse, welche Paraguay seit jeher an Brasilien verkauft. Nur fünf Prozent der produzierten Menge benötigt Paraguay bisher selbst.

Seltsam an dem neuen Vorstoß der paraguayischen Regierung mutet an, wie dieser politisch realisiert wurde. Von brasilianischer Seite wusste man von diesem Wunsch Paraguays nichts und auch der brasilianische Generaldirektor des Wasserkraftwerkes Itaipú, Jorge Miguel Samek, zeigte sich verwundert über das politische Vorgehen Paraguay. Offiziell ist denn auch die Position Brasiliens, dass man von diesen Vorgängen nichts wisse und auch über Neuverhandlungen sei mit Paraguay nicht gesprochen worden.

Erst im Mai 2011 gab es eine Anpassung der Höhe der Zahlungen von Brasilien an Paraguay für die abgenommenen Strommengen. Brasilien erhöhte im Zuge dieser Verhandlungen die Summen von 120 Millionen auf 360 Millionen US-Dollar (ca. 97 Millionen auf 293 Millionen Euro). Dass die brasilianische Seite nun erneut zu Erhöhungen bereit ist, scheint nach den letzten Reaktionen unwahrscheinlich. Ein Ende der Diskussionen bedeutet es allerdings sicher auch nicht, denn Paraguays neuer Präsident scheint diese Verhandlungen zu wollen. (mas)


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