In Brasilien herrscht in vielen Regionen akuter Ärztemangel / Copyright: Wikimedia Creative Commons
In Brasilien herrscht akuter Ärztemangel / Copyright: Wikimedia Creative Commons

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Die brasilianische Abgeordnetenkammer diskutierte gestern (12.06.) über mögliche Strategien, um ausländische Mediziner anzuwerben. Brasilien habe unter akutem Ärztemangel zu leiden, erklärte der brasilianische Gesundheitsminister Alexandre Padilha. Man müsse alle Hebel in Bewegung setzen, um ein gutes Gesundheitssystem zu etablieren. Dazu gehöre eben auch eine flächendeckende Versorgung mit qualifizierten Ärzten.

Eine realistische Möglichkeit sei die Anerkennung portugiesischer Universitätsabschlüsse in Brasilien. Diese Idee habe er bereits am Montag (10.06.) mit seinem portugiesischen Amtskollegen, Paulo Macedo, in Lissabon diskutiert. Die beiden Politiker kamen zu dem Schluss, dass einer gegenseitigen Anerkennung der Examen grundsätzlich nichts im Wege stehe. Die automatische Anerkennung würde langwierige Behördenprozesse hinfällig machen.

Ein großer Vorteil sei die gemeinsame Sprache, die einen Berufseinstieg portugiesischer Ärzte in Brasilien um ein Vielfaches erleichtern würde, erklärte Padilha. Um eine Angleichung der Abschlüsse zu begünstigen, sollen zukünftig auch die Lehrinhalte an portugiesischen und brasilianischen Universitäten aufeinander abgestimmt werden. So könne bereits vor Abschluss eines Medizinstudiums zwischen den beiden Ländern ein reger Austausch stattfinden und das potentielle Arbeitgeberland besucht werden.

Beispielhaft für dieses Modell seien Partnerschaften zwischen den USA und Kanada sowie zwischen Ländern der Europäischen Union. Langfristig sei denkbar, dass auch mit anderen portugiesischsprachigen Ländern über ein Abkommen einer gegenseitigen Anerkennung der Studienleistungen diskutiert wird. (sg)