Produktion von Peugeot-Citroën in Brasilien / Copyright: PSA Peugeot Citroën

Produktion von Peugeot-Citroën in Brasilien / Copyright: PSA Peugeot Citroën

Die Autoexporte, die von Mexiko aus nach Brasilien importiert werden, haben in 2011 einen neuen Rekordwert erreicht. Für 2,4 Milliarden US-Dollar (ca. 1,8 Milliarden Euro) hat Mexiko im vergangenen Jahr Autos nach Brasilien exportiert und scheint damit die Sorge der brasilianischen Regierung um die eigene Industrie geweckt zu haben. Brasiliens Regierung hat in einem Brief Anfang März von der mexikanischen Regierung eine Quote für die maximal zulässige Anzahl an Autos über die nächsten drei Jahre verlangt. Streitpunkt dieser Quote ist vor allem deren Berechnung. Nach dem Vorschlag der brasilianischen Regierung soll diese auf einem Durchschnittswert der letzten drei Jahre beruhen.

Mexiko hatte in den Jahren vor 2011 deutlich weniger Autos nach Brasilien exportiert, so dass eine Exportquote auf Basis dieser Exportzahlen einer deutlichen Reduzierung gleichkommt. Beispielsweise in 2010 hatte Mexiko noch Autos im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar (ca. eine Milliarde Euro) an Brasilien exportiert. Brasiliens Vorschlag wäre damit eine Reduzierung der derzeitigen Exportsumme um rund 40 Prozent. Die Handelsbilanz zwischen beiden Länder im Automobilbereich ergab im vergangenen Jahr ein Defizit für Brasilien in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar (ca. 1,3 Milliarden Euro).

Brasiliens Vorschläge in dem Schreiben an die mexikanische Regierung sehen auch in anderen Punkten eine Änderung vor. So fordert Brasilien eine Liberalisierung des Handels von schweren Fahrzeugen zwischen beiden Ländern. In diesem Sektor der Autoproduktion hat Brasilien seine Stärken und verspricht sich durch eine Liberalisierung bessere Absatzmärkte. Auch fordert Brasilien einen Anteil an regionalen Komponenten im Autobau von Mexiko. Dieser solle von einem Ausgangswert von rund 35 Prozent auf 45 Prozent im Laufe der nächsten vier Jahre steigen.

Insgesamt zielt die Initiative Brasiliens auf eine stärkere Abschirmung seiner Autoindustrie ab und der Disput beider Länder um Absatzmärkte zeugt von der starken Abhängigkeit beider Länder von ihren Exportmärkten vor allem im Bereich der Autoproduktion. Die Initiative der brasilianischen Regierung allerdings ist keine gute Voraussetzung für die noch anstehenden Verhandlungen zu den Autoexporten. Mexikos Regierung hat bereits angekündigt, die Initiative Brasiliens zu Reduktion seiner Exporte abzulehnen. Die Verhandlungen zu den Exporten sollen in den nächsten Wochen fortgesetzt werden. (mas)