Einer von geschätzten 220.000 Motoboys in São. / Copyright: Agência Brasil
Auch Motorrad-Taxifahrer können ein Mikrounternehmen anmelden  / Copyright: Agência Brasil

Auch Motorrad-Taxifahrer können ein Mikrounternehmen anmelden / Copyright: Agência Brasil

Nach Angaben der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff wird die Zahl der selbstständigen Mikrounternehmer (Microempreendor individual, kurz: MEI) in den nächsten Tagen die Drei-Millionen-Grenze erreichen. Die Selbstständigkeit führe zu stabileren Gehältern der Kleinunternehmer und schaffe weitere Arbeitsplätze, erklärte Dilma Rousseff.

Hervorgegangen waren die zahlreichen Kleinstbetriebe aus einem Gesetz (Lei Complementar 128/2008), welches mit guten Konditionen dafür sorgte, dass vormals illegal arbeitende Brasilianer ihre Tätigkeit legalisieren und sich als Mikrounternehmer anmelden konnten, um auf eigene Rechnung zu arbeiten. Den größten Anreiz zur Legalisierung ihrer Arbeit schuf das Erlassen der Steuern, informierte die Präsidentin. Ein weiterer Vorteil sei, dass den Kleinunternehmern erlaubt würde, Hilfsarbeiter einzustellen. Diese Möglichkeit habe in den letzten Jahren rund 120.000 neue Hilfsjobs geschaffen.

Dilma Rousseff erklärte, dass jeder Brasilianer, der einen Betrieb von bis zu 60.000 Reais (rund 22.700 Euro) Jahresumsatz betreibe, jederzeit einen Antrag auf Unterstützung als Mikrounternehmer an die Regierung stellen könne. Nach Eingang des Antrags bei der Regierung erhalte der Unternehmer eine Registrierungsnummer und würde fortan als juristische Person (Cadastro Nacional de Pessoa Jurídica, kurz: CNPJ) gelten. Die Registrierung vereinfache die Eröffnung von Bankkonten und ermögliche bessere Konditionen bei der Vergabe von Krediten.

Dilma Rousseff machte außerdem nochmals auf die Möglichkeit aufmerksam, dass sich aus einem Einmannbetrieb ein größeres Unternehmen entwickeln kann. Bislang hätten sich bereits 50.000 ehemalige Kleinstbetriebe vergrößern können. (sg)