Das Sozialhilfeprogramm Bolsa Família besteht mittlerweile seit zehn Jahren / Copyright. Bolsa Família
Das Sozialhilfeprogramm Bolsa Família besteht mittlerweile seit zehn Jahren / Copyright: Bolsa Família

Das Sozialhilfeprogramm Bolsa Família besteht mittlerweile seit zehn Jahren / Copyright: Bolsa Família

Vor zehn Jahren wurde das Sozialhilfeprogramm Bolsa Família vom ehemaligen brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva ins Leben gerufen, bei dem Familien mit einem monatlichem Einkommen bis zu 140 Reais pro Person geholfen wird. Seither hat das Programm 13,8 Millionen Familien unterstützt, das bedeutet ca. 50 Millionen Menschen, und damit konnten 36 Millionen Brasilianern aus der extremen Armut befreit werden. Für diesen Erfolg wird Brasilien eine Auszeichnung der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit IVSS (Englisch: ISSA) erhalten, der Preis wird im November verliehen.

Laut der IVSS sei das Programm das größte weltweit mit relativ niedrigen Kosten, die rund 0,5 Prozent des brasilianischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entsprechen. Das Budget des Bolsa Família beträgt für das Jahr 2013 etwa 24 Milliarden Reais. Durch das Programm würde der Kreislauf der Armut, der über Generationen hin weitergeht, gebrochen werden und damit auch mit der sozialen Abhängigkeit. Zur Bildung gäbe es eine direkte Verbindung: Kinder von Familien, die am Programm teilnehmen, müssen mindestens 85 Prozent der Schulzeit an den Schulen anwesend sein. Das erhöhe nicht nur die Teilnahme, sondern bringe auch bessere schulische Leistungen mit sich.

Des Weiteren hat das Institut für angewandte Wirtschaftsforschung IPEA (Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada) kürzlich eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass das Bolsa Família nicht nur gegen die Armut ankämpfe, sondern auch die Wirtschaft des Landes stimulieren würde, da die Möglichkeit zum Konsum der entsprechenden Bevölkerungsschichten steigt. Laut IPEA würde jeder investierte Real einen Anstieg von 1,78 Prozent im BIP mit sich bringen.

Der große Erfolg habe allerdings auch seine Schattenseiten. So kämpfe Brasilien derzeit mit Missbrauch und Manipulation. In letzter Zeit wurden einige Personen aus dem Programm gestrichen, die versucht hatten, Leistungen zu beziehen, obwohl sie keinen Anspruch darauf hatten. (ds)