Starkregen in Rio de Janeiro in 2010 / Copyright: Creative Commons, R. Esper

Starkregen in Rio de Janeiro in 2010 / Copyright: Creative Commons, R. Esper

In den letzten Jahren kam es in Brasilien vermehrt zu Naturkatastrophen, die auch meist mit einem häufigeren Auftreten von Gefahren und Risiken für die brasilianische Bevölkerung verbunden war. Dies hatte letztlich den Ausschlag dafür gegeben, dass der Bedarf für ein nationales System eines Zivilschutz seitens der Regierung gesehen wurde. Im Dezember 2010 wurde dann das System des brasilianischen Zivilschutz (Sistema Nacional de Defesa Civil, kurz: Sindec) durch ein Gesetz der Regierung eingerichtet.

Das Sekretariat der Vereinten Nationen für die Reduktion von Risiken und Katastrophen hatte letzte Woche eine Studie herausgegeben, in der Brasilien mit zu den Ländern gehört, die besonders vom Klimawandel betroffen sind. Zwischen 2000 und 2010 wurden rund 90 Katastrophen in Brasilien gezählt, die sich zu einem Teil auch klimatisch begründen lassen. Bereits 900 Tote wurden in dieser Studie zu den Opfern von klimatischen Katastrophen in Brasilien gezählt. Vor allem die steigende Zahl der  Starkregen in den letzten Jahren und die damit verbundenen Erdrutsche hatten vermehrt Todesopfer gefordert.

Studien der Vereinten Nationen haben auch gezeigt, dass mit einem organisierten Zivilschutz eine Reihe von Gefahren für die Bevölkerung besser kontrollierbar wären und auch die Opferzahlen dadurch in Brasilien reduziert werden könnten. Diese Ergebnisse nehmen derzeit eine Reihe von brasilianischen Senatoren zum Anlass, auf eine Verankerung des brasilianischen Zivilschutzes in der Verfassung zu plädieren. Der Initiator dieses Vorhabens, Senator Luiz Henrique da Silveira von der Partei der brasilianischen demokratischen Bewegung (Partido do Movimento Democrático Brasileiro, kurz: PMDB), will auch eine dezentrale Organisation des Zivilschutzes auf allen Ebenen erreichen. Durch Strukturen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene soll der brasilianische Zivilschutz schneller reaktionsfähig werden und die eingesetzten Beamten vor Ort wüssten so besser, wie sie vor Ort reagieren müssen, so Luiz Henrique da Silveira. Das Hauptziel der Initiative ist aber nach der Verabschiedung des Gesetzes in 2010 und wenig Engagement im Aufbau in der Folge, nun einen Zivilschutz für Brasilien zu organisieren, der bei zukünftigen Katastrophen besser einsatzfähig ist. (mas)