Die Herkunft spielt bei der Bildungsungleichheit eine große Rolle / Copyright: Wikimedia Creative Commons
Bildung ist in Brasilien mancherorts weiterhin ein knappes Gut / Copyright: Wikimedia Creatve Commons, UNiesert

Bildung ist in Brasilien mancherorts weiterhin ein knappes Gut / Copyright: Wikimedia Creatve Commons, UNiesert

Die soziale Ungleichheit Brasiliens zeigt sich weiterhin deutlich an dem Zugang zu Bildungsmöglichkeiten. Das Brasilianische Institut für Geografie und Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE) veröffentlichte gestern (19.12.) Daten über die regionale ungleiche Verteilung der Bildungschancen, die die sozialen Probleme des Landes unterstreichen.

Laut Informationen des IBGE besuchen im Süden Brasiliens 3,3 Prozent der Kinder im Alter zwischen sechs und vierzehn Jahren keine Schule. Im Norden verdoppelt sich der Wert auf 6,1 Prozent. Bei der weiterführenden schulischen Ausbildung erhöht sich die Prozentzahl in den nördlichen Regionen auf 18,7 Prozent, was den nationalen Durchschnittswert von 16,7 Prozent überschreitet.

Auch im Hinblick auf die Stadt-Land-Dichotomie sind starke Unterschiede zu erkennen. Während rund 2,9 Prozent der Stadtkinder keinen Zugang zu einer Basis-Schulbildung erhalten, sind es auf dem Land fünf Prozent. Besonders hoch ist das Gefälle jedoch bei der höheren Schulbildung. 21,7 Prozent der Kinder im Alter von 15 bis 17 Jahren haben im ländlichen Raum keine Möglichkeit eine weiterführende Schule zu besuchen. In der Stadt sind es 15,6 Prozent der Jugendlichen.

Laut IBGE spielt das Gehalt der Eltern eine große Rolle bei dem Zugang zu Bildung. Während eine Basis-Schulbildung in Brasilien vor allem öffentlich und kostenlos angeboten wird, überwiegt bei weiterführenden Schulen und spezialisierenden Instituten der Anteil an privaten kostenpflichtigen Bildungsanstalten, deren Kosten das Budget vieler Familien übersteigen. (sg)