Die brasilianische Regierung befürchtet eine Streikwelle ab Mitte des Jahres / Copyright: Wikimdeia Commons (Andrevruas)
Die brasilianische Regierung befürchtet eine Streikwelle ab Mitte des Jahres / Copyright: Wikimdeia Commons (Andrevruas)

Die brasilianische Regierung befürchtet eine Streikwelle ab Mitte des Jahres / Copyright: Wikimdeia Commons (Andrevruas)

Brasilianische Arbeiter und Gewerkschaften kämpfen derzeit um einen Anstieg der Löhne. Am Dienstag (22.05.) traten 50.000 Arbeiter von Zuckerrohrfabriken im Staate São Paulo in den Streik. Eventuell werden in dieser Woche noch weitere 35.000 Arbeiter aus Brennstofffabriken die Arbeit nieder legen. Die brasilianische Regierung rechnet damit, dass diese ersten Streiks nur die Vorhut sein werden. Im zweiten Halbjahr wird es in einigen großen Sektoren zu Forderungen nach Lohnerhöhung kommen. Darunter unter anderem die Metall- und Chemieindustrie und die Plastik- und Ölindustrie. Ebenso werden Piloten, Postbeamte und Banker einen höheren Lohn fordern. João Carlos Gonçalves, Generalsekretär der Gewerkschaft Força Sindical, berichtet, dass von Seite der Gewerkschaften ab Juli verstärkt Maßnahmen unternommen würden, um eine Erhöhung des Reallohns zu erreichen.

Die Angestellten der Zuckerrohrfabriken waren am Dienstag in den Streik getreten, weil sie mit der vorgegebenen Erhöhung der Löhne seitens der Arbeitgeber nicht einverstanden waren. Der Lohnanstieg hätte demnach nicht einmal den Verlust durch die Inflation wett gemacht. Die Arbeitgeber hatten 4,5 Prozent Lohnerhöhung angeboten, die Inflation liegt allerdings bei 4,88 Prozent.

Auch die Arbeiter der Brennstofffabriken sehen sich gezwungen, in Kürze zu streiken. Nach frustrierenden Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern kam bislang kein Ergebnis zustande, dem beide Parteien hätten zustimmen können. Der Beginn einer Streikphase könnte eventuell bereits heute (24.05.) sein. (sg)