Brasiliens Arbeitgeber wollen mehr staatliche Investitionen

16.08.2012 | Wirtschaft |

Der Finanzminister Guido Mantega beim Treffen mit den Arbeitgebern / Copyright: Agência Brasil

In einem Treffen mit dem brasilianischen Finanzminister Guido Mantega haben sich gestern (15.08.) die Vertreter der Arbeitgeberverbände für eine aktivere Rolle des Staates in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation ausgesprochen und den Finanzminister aufgefordert, stärker aktiv zu werden. Dieser hatte noch vor ein paar Monaten bei einem Treffen mit Arbeitgebern gesagt, dass die brasilianische Regierung noch einige Kugeln im Lauf habe („bala na agulha“) und diese auch denke abzufeuern, wenn es für die wirtschaftliche Entwicklung notwendig sei.

Genau diese Rolle des Staates fordern nun die Arbeitgeber auch ein. So ist das ebenfalls gestern im Parlament gestartete Programm zur Verbesserung der Infrastruktur sehr positiv von den Arbeitgebern aufgenommen worden, allerdings forderten sie Maßnahmen, deren Wirkung direkter und schneller realisierbar ist. Eine einheitliche Position der Arbeitgeber war allerdings bei dem Treffen nicht erkennbar und so sah sich der Finanzminister einem Portfolio an Wünschen gegenüber, bei denen die Fiskalpolitik einen Beitrag zur Verbesserung der aktuellen Situation der brasilianischen Industrie leisten könne. Die Vorschläge reichten von einer Verbesserung des Zugangs zu längerfristigen Krediten bis zu den bestehenden Unsicherheiten, die durch den Wettbewerb und die gerichtlichen Auseinandersetzungen der Bundesstaaten bei der Mehrwertsteuer (Imposto sobre Circulação de Mercadorias e Serviços, kurz: ICMS) entstehen.

Die letzten Aktionen der Regierung, wie beispielsweise die aktive Reduktion der Zinses für Kredite, wurden von den Arbeitgebern positiv bewertet und es wurde allgemein eingeschätzt, dass diese ihre Wirkung im zweiten Halbjahr erst richtig entfalten dürften. Guido Mantega behielt es bei dem Treffen für sich, ob er noch Kugeln in seinem Magazin sieht, die er, falls die nun beschlossenen Maßnahmen nicht wie gewünscht greifen, noch bereit wäre abzufeuern. (mas)


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