Finanzminister Guido Mantega beim Treffen der CAE / Copyright: Agência Brasil

Finanzminister Guido Mantega beim Treffen der CAE / Copyright: Agência Brasil

Am Rande eines Treffens der Kommission für Wirtschaftsfragen des Senats (Comissão de Assuntos Econômicos do Senado, kurz: CAE) gab der brasilianische Finanzminister, Guido Mantega, gestern (24.08.) bekannt, dass nicht davon auszugehen sei, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Brasiliens wie erwartet steigen werde. Zu Beginn des Jahres war man davon ausgegangen, dass das brasilianische BIP 2011 um 4,5% steigen würde. Angesichts der weltweiten Krise sei höchstens mit einem Anstieg von 4% zu rechnen, so Mantega.

Mantega versicherte, dass dies für Brasilien dennoch ein passabler Anstieg sei. Da Steuereinnahmen und andere Abgaben an den brasilianischen Staat die Ausgaben Brasiliens weit überstiegen, sei die Situation unter Kontrolle. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Einnahmen des Staates um 19,3% gestiegen, während die Ausgaben um lediglich 10,8% zunahmen.

Der Minister machte jedoch darauf aufmerksam, dass Brasilien auf die Auswirkungen der aktuellen Krise vorbereitet sein müsse. Für ihn habe sich diese von einer anfänglichen Finanz- zu einer Schuldenkrise entwickelt. Da Brasilien hohe Aufwendungen für Zinsen zu erbringen habe, müsse man versuchen, die Zinsen nach und nach zu reduzieren, um nicht in eine Schuldenfalle zu geraten.

Die Situation der USA bereitet Mantega Sorge. Der Streit zwischen Demokraten und Republikanern führe dazu, dass es keine Einigung bezüglich der Steuerpolitik gebe. Die Krise der USA wirke sich negativ auf die Weltwirtschaft aus. Als einer der Motoren der globalen Wirtschaft sollen die USA eigentlich Dynamik einbringen, fordert Mantega.

Um die negativen Effekte der globalen Krise auszugleichen, solle die Aktivität hinsichtlich der Initiativen wie die des Gesetzes Super Simples („Ganz einfach“, auch: Simples Nacional) und des Planes Brasil Maior („Größeres Brasilien“) verstärkt werden, erklärt Mantega. Beide Projekte, die vom brasilianischen Staat ins Leben gerufen wurden, sollen Unternehmensgründungen fördern sowie kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in die globale Wirtschaft erleichtern. (sg)