Protest von Greenpeace gegen das Kraftwerk Belo Monte / Copyright: Agência Brasil

Protest von Greenpeace gegen das Kraftwerk Belo Monte / Copyright: Agência Brasil

Das Staudammprojekt Belo Monte am Lauf des Fluss Xingu im Bundesstaat Pará ist für die brasilianische Regierung eines der aktuell wichtigsten Energieprojekte, denn das neue Kraftwerk im Staudamm soll zukünftig mit einer dann installierten Leistung von 11.233 Megawatt (MW) das drittgrößte seiner Art auf der Welt sein. Zweitgrößtes ist der Zweiländer-Staudamm Itaupú im Süden Brasiliens an der Grenze zu Paraguay. Übertroffen werde beide Projekte dann nur vom Drei-Schluchten-Staudamm in China.

Für Brasiliens Regierung ist die Logik klar: Sie muss für Energiesicherheit in dem immer energiehungrigeren Brasilien sorgen und kann mit diesem Projekt gleichzeitig die umweltfreundliche Art Energie zu gewinnen unter Beweis stellen. Unter Umweltschützern ist dieser Punkt allerdings heftig umstritten, denn dem Projekt fallen riesige Waldgebiete am bisherigen Flusslauf zum Opfer. Neben all der Zerstörung von häufig noch intaktem Primärwald gibt es vor allem Protest von indigenen Völkern, da deren Lebensraum mit diesem Projekt teilweise zerstört wird, auch wenn sich die Regierung bemühte, einen Kompromiss zu finden.

Neun Jahre wird die Projektrealisierung insgesamt dauern, jedoch bereits nach fünf Jahren soll der erste Strom Ende Februar 2015 produziert werden. Die 22,5 Milliarden Reais (ca. 8,3 Milliarden Euro), welche nun als größtes Gesamtpaket in der Geschichte der brasilianischen Bank für soziale und wirtschaftliche Entwicklung (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social, kurz: BNDES) vergeben wurden, dienen nicht nur den reinen Bauinvestitionen. Auch sollen Umweltschäden durch das Projekt vermindert und durch andere Projekte aufgefangen werden, wie die BNDES bei dem Beschluss zur Kreditvergabe betonte. Ob dies allerdings ausreicht, den sozialen Konflikt hinter dem Projekt zu entschärfen, ist unklar. Wichtig für die Regierung jedenfalls war von Beginn an, mit einem Projekt aufwarten zu können, mit man dem erwarteten steigenden Energiebedarf begegnen kann. (mas)