Stromleitungen in der Favela Rocinha, Rio de Janeiro / Copyright: Creative Commons, A. Nijdam

Stromleitungen in der Favela Rocinha, Rio de Janeiro / Copyright: Creative Commons, A. Nijdam

Der Bedarf an elektrischer Energie in Brasilien wächst beständig. So ist seit Beginn diesen Jahres eine Steigerung von vier Prozent beim Energieverbrauch zu verzeichnen. Dabei kann die brasilianische Produktion von Strom nur sehr schwer mit der Nachfrage Schritt halten. Vor allem in den Bereichen des Verkaufs und der Dienstleistungen gab es einen enormen Anstieg und die Nachfrage nach elektrischer Energie stieg um neun Prozent im Vergleich zum letzten Jahr. Aber auch im Bereich der industriellen Produktion gibt es Steigerungen, auch wenn diese mit nur 2,3 Prozent vergleichsweise gering ausfallen.

Die Wachstumsraten im Energieverbrauch stellen die Energiepolitik der brasilianischen Regierung auf eine Probe. So plant die Regierung beständig neue große Staudammprojekte und auch neue Kraftwerke, um den steigenden Bedarf decken zu können. Ebenso im Bereich der erneuerbaren Energien soll kräftig investiert werden, allerdings ist der Anteil an regenerativen Energien an der Gesamtversorgung bereits relativ hoch, da ein Großteil des brasilianischen Stroms schon aus Wasserkraft kommt und auch zukünftig kommen soll.

Steigerungsraten von neun Prozent wie sie der Handel- und Dienstleistungssektor in diesem ersten Quartal aufwiesen sind aber schwerlich durch länger währende Großprojekte abzudecken, sondern müssen eher durch kleine, kurzfristig hinzuschaltbare Kraftwerke abgedeckt werden.

Auch regional gibt es in Brasilien Unterschiede in der Nachfrage. So ist der Bedarf im Süden Brasiliens größer als im Norden: Für 53 Prozent der gesamten nationalen Nachfrage sind die südlichen Bundesstaaten verantwortlich. (mas)