Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva / Copyright: Agência Brasil
Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva / Copyright: Agência Brasil

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Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der vor geraumer Zeit an Kehlkopfkrebs erkrankte, sprach erstmalig nach sieben Monaten in der Öffentlichkeit. Bei einer Konferenz der brasilianischen Entwicklungsbank (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social, kurz: BNDES) zur Kooperation von Brasilien und Afrika kritisierte Lula das harte Durchgreifen einiger europäischer Länder auf den Finanzmärkten in Zeiten der Krise und ist sich sicher, dass dies einer Verbesserung der internationalen Finanzsituation nicht zu Gute kommen wird.

Lula beanstandete, dass einige europäische Staaten gerade von den Armen und Arbeitern in den schwachen Ländern eisernes Sparen forderten, während die Finanzsektoren, die hauptsächlich für die Krise verantwortlich seien, unterstützt würden.

In Bezug auf die weltweite Finanzkrise wünschte sich der ehemalige Präsident Brasiliens eine noch engere wirtschaftliche Zusammenarbeit seines Landes mit afrikanischen Ländern. In der Krise sei die Zeit für Solidarität und Mut gekommen und nicht für Passivität und Unterdrückung der Armen, so Lula. Als Positivbeispiel nannte er ein Programm afrikanischer Länder zur Integration des Kontinents, welches die Intensivierung des Handels zwischen den einzelnen Ländern voraussieht. Das Programm enthält ferner Vorschläge zur Ausweitung von Investitionen, Erhöhung des internen Konsums und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Angst, Brasilien könne unmittelbar von der Krise getroffen werden, hat er weiterhin nicht. (sg)