Thema Handel: Dilma Rousseff auf einem Gipfel Indiens, Südafrikas und Brasiliens im Oktober 2011. / Copyright Agência Brasil
Thema Handel: Dilma Rousseff auf einem Gipfel Indiens, Südafrikas und Brasiliens im Oktober 2011. / Copyright Agência Brasil

Thema Handel: Dilma Rousseff auf einem Gipfel Indiens, Südafrikas und Brasiliens im Oktober 2011. / Copyright: Agência Brasil

Brasiliens Exporte in den wachsenden Markt Afrikas sinken. Gleichwohl Afrika als eine der Weltregionen mit dem höchsten Wachstumspotential gilt, ist der Marktanteil Brasiliens seit einigen Jahren rückläufig. Waren im Wert von sieben Milliarden US-Dollar exportierte Brasilien zwischen Januar und September des laufenden Jahres auf den Nachbarkontinent. Ein Rückgang von 20 Prozent in drei Jahren. 2011 waren es noch 8,7 Milliarden US-Dollar, wie aus Zahlen des Ministeriums für Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior, kurz: Mdic) hervorgeht.

Nachdem 2003 unter dem Expräsidenten Lula Afrika zur Region mit der höchsten Priorität für die brasilianische Außenhandelspolitik erkoren wurde, seien die Verkäufe rasant gestiegen. Seit dem Jahr 2011 jedoch befänden sie sich im steten Rückgang, wie die Zeitung Folha de São Paulo in ihrer Wochenendausgabe (18.10.) berichtet.

Der Rückgang sei keinesfalls eine Folge sinkender Nachfrage. Laut der Welthandelsorganisation hätten die Länder des afrikanischen Kontinents in den vergangenen Jahren an Importen massiv zugelegt. Auch wenn Afrika nur für fünf Prozent der brasilianischen Exporte verantwortliche sei, bilde der Nachbarkontinent aufgrund seiner hohen Wachstumsraten von jährlich fünf Prozent eine strategisch wichtige Region, die zudem das höchste Bevölkerungswachstum aufweise, wie die Folha mit Verweis auf Zahlen der brasilianischen Entwicklungsbank (BNDES) schreibt.

Allein in Nigeria, die größte Wirtschaft der Region, sei die Anzahl der Familien der Mittelklasse in den letzten zehn Jahren auf 4,1 Millionen gestiegen. Laut Schätzungen der südafrikanischen Standard Bank werde sich die Mittelschicht in elf Ländern von derzeit 15 Millionen auf 40 Millionen Familien im Jahr 2030 erhöhen. Vor allem seien Nahrungsmittel gefragt – ein Segment, in dem Brasilien sehr wettbewerbsstark sei, so die Folha.

Während mittlerweile 27 Prozent der Einfuhren aus Asien stammten, kämen gerade vier Prozent aus Brasilien. Von den zehn meist verkauften Produkten Brasiliens seien sechs Lebensmittel. Doch einzig Soja verzeichnet einen Zuwachs in diesem Jahr.

Für die brasilianische Regierung liege dieser Umstand daran, dass brasilianischen Unternehmen den ersten Schritt von der Regierung erwarteten, um den Weg zu ebnen, wie Ricardo Schaefer, Staatssekretär im Mdic, bestätigt. „Wir müssen da zuerst ran, weil Afrika wirklich kompliziert ist“, so Schaefer. „Viele Unternehmer fürchten die lokalen Regeln und interne Konflikte“. Dennoch gebe es bereits Möglichkeiten zu investieren. (ms)