Fischereiboote an einem Strand von Itacaré, Bahia / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Teles

Fischereiboote an einem Strand von Itacaré, Bahia / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Teles

Ein weiterer Sektor der brasilianischen Extraktionswirtschaft hat scheinbar die Aufmerksamkeit der Regierung gewonnen: die Fischerei.  Am Donnerstag wird die Regierung ihren neuen Plan für die Fisch- und Wasserwirtschaft vorstellen und es ist schon ein deutliches Zeichen, wenn bei dieser Präsentation die Präsidentin Dilma Rousseff selbst anwesend sein wird. Bisher war die Fischereiindustrie keines der Hauptaugenmerke der Regierung gewesen und auch vorangegangene Regierungen haben keine derartige Bedeutung diesem Sektor zugemessen.

Nach bisher bekannten Eckdaten aus dem neuen Strategiepapier für die Fisch- und Wasserwirtschaft ist ein erklärtes Ziel, die gefangene bzw. gezüchtete Menge auf bis zu 200 Millionen Tonnen Fisch bis 2014 zu erhöhen. Dafür ist die Regierung bereit, rund 4,1 Milliarden Reais (ca. 1,55 Milliarden Euro) in die Verbesserung des Sektors zu stecken. Unter anderem sollen von diesen Mitteln Investitionen in den Bereich der Fangflotte und der verarbeitenden Industrie fließen. Auch absatzfördernde Maßnahmen sind mit diesen Geldern geplant.

Die staatliche Entwicklungsbank BNDES wird ebenso eine eigene Kreditlinie für den Fischereisektor bereitstellen, deren Eckdaten vor allem niedrige Zinsen, lange Laufzeiten und niedrigschwellige Anforderungen an die Kreditnehmer sein werden. Das alles wirkt wie eine immer wiederkehrende, einheitliche Rezeptur die sich Sektor für Sektor auf die brasilianische Wirtschaft ausdehnt. Bereits die kleinen und mittleren Betriebe in der Landwirtschaft, dann die Softwareindustrie, die industrielle Produktion und nun die Fischerei wurden mit Programmen sehr ähnlicher Art von der Regierung ausgestattet. Jeweils begleitet von einem speziellen Programm der staatseigenen BNDES. Es scheint, als habe Brasiliens Regierung dieses Maßnahmenpaket als ihre Waffe gegen die Krise entdeckt. (mas)