Stein des Anstoßes: Rindfleisch aus Mato Grosso / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Eduardo P.

Stein des Anstoßes: Rindfleisch aus Mato Grosso / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Eduardo P.

Im Juni 2011 hatte die russische Regierung erklärt, dass es aus den brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso, Paraná und Rio Grande do Sul kein Fleisch mehr importieren werde. Zuvor gab es Unstimmigkeiten über die Vorschriften der Fleischproduktion, bei denen Russland angedeutet hatte, ein Handelsembargo über Brasiliens Fleischprodukte zu legen, falls die Produzenten nicht auf die Forderungen Russlands eingehen würden. Geglaubt hatte dies vor Juni 2011 so wirklich niemand, denn Russland ist die wichtigste Nation für den Export für Rind- und Schweinefleisch für brasilianische Produzenten und ist auch prinzipiell auf diese Lieferungen angewiesen. Mit dem Embargo auf ausgewählte Bundesstaaten war Russlands Schachzug gut gewählt. Das Druckmittel war groß genug, aber es musste nicht komplett auf seine brasilianischen Importe verzichten.

Bei dem Treffen der beiden Präsidenten Vladimir Putin und Dilma Rousseff am Freitag (14.12.) wurde eine Abmachung für die Wiederaufnahme des Fleischhandels aus den Bundesstaaten Mato Grosso, Paraná und Rio Grande do Sul vereinbart und es trafen sich im Rahmen der Konsultationen auch russische und brasilianische Unternehmer der Branche, um über Möglichkeiten der Ausweitung des Handels zu diskutieren.

Russland, Hong Kong und Ägypten sind nach Exportstatistik die wichtigsten Abnehmer brasilianischen Rindfleischs. Sie sind – trotz des Teilembargos von Russland – für rund 42 Prozent des Absatzes in diesem Jahr verantwortlich. Andere Länder halten noch an einem Embargo gegenüber brasilianischen Fleischprodukten fest. So haben derzeit Süd-Afrika, Japan und China einen Handelsstopp verhängt. Allerdings entspricht der Umsatz mit diesen Länder weniger als einem Prozent des Gesamthandelsvolumen. (mas)