Die Industrieanlagen des deutschen Unternehmens sollen die Umwelt stark belasten / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Baytownbert
Verschnaufpause der brasilianischen Industrie. Letzte im Ranking der Schwellenländer./ Copyright: Wikimedia Creative Commons, Baytownbert

Verschnaufpause der brasilianischen Industrie. Letzte im Ranking der Schwellenländer. / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Baytownbert

Der brasilianische Industriesektor befindet sich in einer Krise. In einer Untersuchung des britischen Marktforschungsinstituts Economist Intelligence Unit (kurz: EIU) zur industriellen Entwicklung im Jahr 2012 belegte Brasilien unter den insgesamt 25 Entwicklungsländern und wichtigsten Volkswirtschaften Lateinamerikas den letzen Platz. Im vergangenen Jahr war es in Brasilien zu einem Rückgang der Industrieproduktion von 2,6 Prozent gekommen – noch vor dem krisengeschüttelten Ägypten mit einem Minus von 1,9 Prozent.

Auch gemessen am Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) verzeichnete die brasilianische Industrie einen Rückgang und wies am Jahresende ein Minus von 0,8 Prozent auf. Und dies obwohl das Bauwesen und der Energiesektor zulegten.

Laut den Zahlen des EIU befindet sich Brasilien damit in einem längerfristigen Abwärtstrend. Bereits 2011 gehörte Brasilien zu den drei Ländern mit der schlechtesten Entwicklung des Industriesektors. Die besondere Negativentwicklung des Landes führen Spezialisten weniger auf die weltweite Krise als auf heimische Probleme zurück. Flávio Castelo Branco, Geschäftsführer für Politische Ökonomie beim brasilianischen Bundesverband der Industrie (Confederação Nacional da Indústria, kurz: CNI) wies darauf hin, dass die externe Krise alle betroffen habe, doch Brasilien eben schlechter abschneide als die anderen.

Der deutliche Rückgang der brasilianischen Industrie steht dabei der robusten Ausdehnung des Sektors in manchen asiatischen Ländern gegenüber und weist auf unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeiten hin. Die Zahlen wiesen  auch niedrigere Werte auf, als manche europäische Staaten. Die letzten beiden Jahre könnten aber auch als eine Art Verschnaufpause gewertet werden. Bereits für 2013 wird wieder mit einem Wachstum gerechnet. (ms)