Industrieanlagen / Copyright: Agência Brasil

Industrieanlagen in Brasilien / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Verband der Industrie (Confederação Nacional da Indústria, CNI) hat seine Wachstumsprognose für die brasilianische Wirtschaft um 0,9 Prozentpunkte auf ein erwartetes Wachstum von 2,1 Prozent für dieses Jahr abgesenkt. Damit hat der Industrieverband die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens in diesem Jahr deutlich gesenkt und dies hängt vor allem auch mit der wirtschaftlichen Leistung der Industrie zusammen, deren Wachstum die Prognose ebenfalls auf 1,6 Prozent Zuwachs reduziert hat.

Für das ersten Monate diesen Jahres hatte das brasilianische Institut für Statistik und Geografie (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz:  IBGE) bereits ein Wachstum von 0,2 Prozent ausgewiesen. Die neue Prognose bezieht demnach bereits als eine Vorraussetzung ein stärkeres Wachstum für den weiteren Verlauf des Jahres mit ein. Die Prognose des brasilianischen Industrieverbands hat demnach leicht optimistische Züge und weißt entsprechend ein höheres Wachstum aus, als dies beispielsweise Finanzmarktanalysten vorhersagen.

Die brasilianische Zentralbank hat mit ihrer gestrigen Absenkung des Leitzinses Selic auf acht Prozent bereits eine geldpolitische Maßnahme ergriffen, damit sich zumindest theoretisch die optimistischeren Prognosen erfüllen lassen. Die Prognose des CNI zur wirtschaftlichen Entwicklung sieht bereits eine Absenkung des Selic auf 7,5 Prozent bis zum Ende des Jahres vor. Allerdings ist der industrielle Sektor nicht der einzige Bereich der brasilianischen Wirtschaft, der mit Absatzproblemen und damit mit den Wachstumszielen zu kämpfen hat. Auch der Agrarsektor ist derzeit schwach und deshalb kann die Prognose des CNI eine durchaus realistische Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung Brasiliens für dieses Jahr sein. (mas)



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