Ölplattform von Petrobras / Copyright: Agência Brasil

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Dass Brasilien eine schleichende Deindustrialisierung in den letzten Jahren erlebt, haben erst jüngst die Zahlen zur Investition und zum Wachstum im industriellen Sektor gezeigt. Eine gestern (20.09.) veröffentlichte Studie zum Arbeitsmarkt in der brasilianischen Industrie zeigt einen gegenläufigen Trend zu sonst eher rückläufigen Zahlen. Der Bedarf nach gut ausgebildeten Fachkräften wird bis 2015 deutlich steigen. Die Studie schätzt, dass rund 7,2 Millionen qualifizierte Arbeitskräfte in Brasiliens Industrie eine Beschäftigung finden werden.

Die Nachfrage bezieht sich vor allem auf Ingenieure und Techniker, aber auch auf ausgebildetes Fachpersonal. Die Studie schätzt aufgrund der Nachfrage mit rund 1,1 Millionen neuen Arbeitsplätzen, die in der Industrie benötigt werden. Der weit aus größere Anteil wird mit Weiterbildung der bereits vorhandenen Arbeitskräfte abgedeckt werden können. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist vor allem im Südosten Brasiliens konzentriert, in dem sich auch die größte Ansammlung industrieller Produktion befindet. Insgesamt bezieht der Süden Brasiliens mehr als 75 Prozent der Nachfrage nach Industriearbeitskräften auf sich.

Für den für Ausbildung zuständigen Vertreter des brasilianischen Industrieverbands (Confederação Nacional das Indústrias, kurz: CNI), Rafael Lucchesi, sind die Ergebnisse dieser Projektion ein positiver Anreiz für junge Menschen, sich auf eine technische Ausbildung und Laufbahn einzulassen, da Brasiliens industrieller Sektor auch zukünftig diese Fachkräfte nachfragen wird und somit Sicherheit bietet. Allerdings verwies er auf die Notwendigkeit des bereits begonnenen Ausbaus der technischen Ausbildung, um die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften bedienen zu können. (mas)