Brasiliens Nordwesten überfordert mit Einwanderern aus Haiti

22.06.2012 | Politik |
Rund 2.600 Haitianer sind im ersten Quartal diesen Jahres in Acre angekommen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Eriona Culaj

Rund 2.600 Haitianer sind im ersten Quartal diesen Jahres in Acre angekommen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Eriona Culaj

In Brasilien ist seit Dezember letzten Jahres die Anzahl an haitianischen Einwanderern stark gestiegen. Die Haitianer kommen, angezogen durch die Illusion, es gäbe gut bezahlte Jobs, durch sogenannte Menschenschlepper illegal nach Brasilien. Diese Menschenschlepper lassen sich die illegale Einwanderung der Haitianer teuer bezahlen. Einmal in Brasilien angekommen, sind sie dann völlig auf sich allein gestellt.

Der Großteil der Haitianer kommt über Peru oder Bolivien nach Brasilien. Der erste Anlaufpunkt ist dort meist der Bundesstaat Acre. Der Angestellte des Ministeriums für Justiz und Menschenrechte (Secretaria de Justiça e Direitos Humanos), Damião Borges, hat nun das Hauptaugenmerk seiner Arbeit auf die Stadt Brasiléia (im Norden von Acre) verlegt, um den Haitianern erste humanitäre Hilfe zu leisten. In den Monaten von Januar bis April diesen Jahres waren insgesamt rund 2.600 Haitianer illegal in dieser Region angekommen. Die dortige Regierung war schnell überfordert. Die brasilianische Bundesregierung unterstützte Acre mit 360.000 Reais (rund 140.000 Euro) und acht Tonnen Lebensmittel.

Das Problem sieht Borges vor allem in Transitländern wie Ecuador, die ihre Grenzen nicht ausreichend kontrollieren und Menschenschleppern die Arbeit erleichtern würden. Den Haitianern würde mit falschen Versprechungen viel Geld aus der Tasche gezogen. Doch mit der Hoffnung auf einen gut bezahlten Job kratzten viele ihr letztes Geld zusammen, um nach Brasilien zu reisen. Wie viel Geld genau die Schlepper verlangen, ist unbekannt.

Auch wenn die Zukunftsaussichten der Haitianer in Brasilien alles andere als rosig sind, konnte Damião Borges mittlerweile schon einigen feste Arbeitsstellen vermitteln. Ein Unternehmen aus dem Bundesstaat Minas Gerais wird ab nächster Woche 26 Haitianer unter Vertrag nehmen. Weitere 56 Einwanderer konnten im Bundesstaat Rondônia Arbeit finden. (sg)


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