Ölbohrung von Petrobras in Argentinien / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, N. Galina

Ölbohrung von Petrobras in Argentinien / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, N. Galina

Stimmen die Meldungen vom Wochenende aus Argentiniens Presse, so will sich bereits ab dieser Woche das brasilianische halbstaatliche Ölunternehmen Petrobras aus dem Geschäft in Argentinien zurückziehen. Die brasilianische Bank Scotiabank ist Meldungen zufolge damit beauftragt, den Verkauf bereits ab dieser Woche zu regeln und Angebote für entsprechende Firmenteile entgegen zu nehmen. Derzeit verfügt die argentinische Tochter Petrobras Argentina S.A. noch über Erdöl- sowie Gasfelder und hat auch Anteile an der Energieinfrastruktur Argentiniens.

Dieser Schritt würde eine deutliche Kehrtwende in der Politik von Petrobras bedeuten, denn noch zu Beginn diesen Jahres hatte die Vorstandsvorsitzende Maria das Graças Foster betont, dass Petrobras weiter in Argentinien investieren will. Allerdings hat sich seit diesem Frühjahr auch etwas an der Situation in Argentinien geändert. Die Präsidentin Christina Fernández de Kirchner ließ den argentinischen Energiekonzern YPF (Yacimientos Petrolíferos Fiscales) verstaatlichen und verschärfte mit ihrer Gesetzgebung auch das Umfeld, in dem sich ausländische Unternehmen im Energiesektor bewegen müssen.

Ob das allerdings den Ausschlag für den jetzt geplanten Rückzug von YPF gab, ist ungewiß. Ein weiterer Grund könnte die Fokussierung von Petrobras auf die Tiefseebohrungen vor der Küste Brasilien sein, bei dem große Investitionen nötig sind. Freuen jedenfalls wird es die vier großen argentinischen Energieunternehmen YPF, Bridas, Tecpetrol und Pluspetrol, die nun eine Scheibe mehr vom argentinischen Markt abhaben können. (mas)