Ethanol-Fabrik Costa Pinto, Piracicaba (Bundesstaat São Paulo) / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, Mariordo

Ethanol-Fabrik Costa Pinto, Piracicaba (Bundesstaat São Paulo) / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, Mariordo

In der aktuellen globalen Wirtschaftskrise ist durchaus ein aktiver brasilianischer Staat gefordert, um die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht direkt auf die lokale Wirtschaft durchschlagen zu lassen. Die brasilianische Regierung hat hier bereits in den vergangenen Monaten aktiv in den Markt eingegriffen und neben stärkerer protektionistischer Maßnahmen auch eine Reihe von Reformen und Maßnahmenpakete auf den Weg gebracht, die aktuell auch zu verbesserten Zahlen in einigen Sektoren der Industrieproduktion geführt haben.

Nach Ansicht von Alessandro Teixeira, dem zuständigen Sekretär aus dem Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior, kurz: MDIC) sind jedoch mit Blick auf das kommende Jahr weitere Maßnahmen notwendig, um die Industrieproduktion abzusichern. Die aktuelle Situation der brasilianische Industrie hat zwar durch Reformen bereits einiges an Entlastungen erfahren, leidet momentan aber noch immer an den Auswirkungen der globalen Krise. Im Ministerium überlegt man deshalb, weitere Reformen durchzuführen und vor allem die Binnennachfrage auf die heimischen Produkte zu orientieren. Allerdings ist sich Alessandro Teixeira im Klaren darüber, dass wohl einzelne Maßnahmen der Regierung nicht ausreichen, die Situation für die brasilianische Industrie deutlich zu verbessern.

Die Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Industrie muss deutlich verbessert werden, wenn sie aus der aktuellen globale Krise gestärkt hervorgehen will. Auch deshalb müssen die neuen Maßnahmenpakete der Regierung auf strukturelle Probleme abzielen und nicht nur punktuell in den Markt eingreifen. (mas)