Dilma Rousseff trat für mehr Verständnis für die kubanischen Ärzte ein / Copyright: Agência Brasil
Dilma Rousseff präsentierte gestern das Programm "Mehr Ärzte für Brasilien" / Copyright: Agência Brasil

Dilma Rousseff präsentierte gestern das Programm „Mehr Ärzte für Brasilien“ / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff ist zu Kompromissen mit Ärzten bereit. Sie will zukünftig nur die leeren Stellen mit Medizinern aus dem Ausland besetzen, für die sich kein Brasilianer finden lässt. Die Ärzte hatten in der letzten Woche im ganzen Land massiv gegen den Einsatz von ausländischen Fachkräften protestiert, weil sie der Meinung sind, dass es eine ausreichende Anzahl an brasilianischen Ärzten gebe.

Gestern wurde nun das Programm Mehr Ärzte für Brasilien (Mais Médicos para o Brasil) ins Leben gerufen, das den effizienten Einsatz von brasilianischen Ärzten im ganzen Land vorsieht. Vor allem die Krankenhäuser und medizinischen Versorgungsstationen der Peripherien der Großstädte und der abgelegeneren Regionen, hier vor allem der Norden und Nordosten des Landes, sollen mit mehr Fachpersonal ausgestattet werden.

In einem Online-Pool werden im Rahmen des Programms alle leeren Stellen angegeben, sodass Ärzte bei ihrer Bewerbung mögliche Einsatzorte angeben können. Sollte eine Stelle keinerlei Interessenten aus Brasilien haben, so wird diese international ausgeschrieben. In dem Pool werden zudem Stellen für medizinisches Pflegepersonal angeboten.

In ihrem wöchentlichen Interview erklärte Dilma Rousseff, dass die brasilianische Regierung außerdem dafür sorgen wird, dass mehr Studienplätze für Medizin geschaffen werden. Die Ausbildung zum Spezialisten dauere jedoch rund zehn Jahre. Da es aber gerade an diesen Spezialisten fehle, müsse man teilweise auf ausländische Ärzte zurückgreifen. (sg)