Autoverkäufe in Brasilien auf Rekordhoch / Copyright: Wikimedia, M. Gil

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Nun also doch: Die Steuer auf Industrieprodukte (Imposto sobre Produtos Industrializados, kurz: IPI) bleibt über das Jahr 2012 hinaus auf einem niedrigeren Prozentsatz. Für industriell gefertigte Produkte wie Autos, Haushaltsgeräte und Möbel gilt eine Vergünstigung, um den Konsum auch weiter anzukurbeln. Diese Maßnahme der Regierung wäre ursprünglich zum Jahresende ausgelaufen und dann hätten ab Januar wieder die regulären Steuersätze gegriffen. Brasiliens Finanzminister Guido Mantega hat einen geschickten Zeitpunkt gewählt, als er gestern (19.12.) die Verlängerung dieser Maßnahme bekannt gab. So kurz vor Weihnachten kann er sich sicher sein, dass seine Maßnahme nicht mehr zu viel der Kaufkraft aus dem vorweihnachtlichen Geschäft nimmt, da viele bisher noch glaubten, dass ab Januar wieder die IPI steigt.

Neu ist seit der Einführung der abgesenkten Steuersätze, dass es erstmals so etwas wie einen Fahrplan aus dieser Maßnahme gibt. Bisher hätten zu einem Stichpunkt wieder die regulären Steuersätze voll gegriffen. Das wird jetzt durch eine Übergangslösung abgefangen, bei der Steuersätze graduell ansteigen. So sind beispielsweise für Autos mit Flex-Betankung (das bedeutet sowohl mit Alkohol als auch mit Benzin betankbar) Steuern in Höhe von 5,5 Prozent derzeit mit der reduzierten IPI fällig. Ab Januar 2013 steigt dieser Satz auf sieben Prozent, ab April dann auf neun Prozent, um dann schließlich ab Juli 2013 wieder bei den regulären elf Prozent anzukommen. Diese leichten Anhebungen schaffen einen guten Übergang und sollen wohl einen Weg für die Regierung aus diesen Reduzierungen weisen. Denn eines war auch klar: Hätten die reguläre IPI ab Januar gegriffen, so wäre deutlich ein Konsumrückgang dieser Produkte zu spüren gewesen. (mas)