Seit 2009 ist die brasilianische Schweinezucht von der Krise betroffen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Andrevruas
Seit 2009 ist die brasilianische Schweinezucht von der Krise betroffen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Andrevruas

Seit 2009 ist die brasilianische Schweinezucht von der Krise betroffen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Andrevruas

Der brasilianische Landwirtschaftsminister, Mendes Ribeiro Filho, gab gestern (12.07.) bekannt, dass den Schweinezüchtern ein Kreditvolumen von 200 Millionen Reais (rund 80,2 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt würde. Kredite würden in diesem Rahmen Produzenten, Landwirtschaftskooperativen und Einzelhändlern gegeben. Die Zinsen betragen hierbei 5,5 Prozent pro Jahr. Wenn die monatlichen Zahlungen pünktlich bezahlt würden, könnten die Kredite bis ins Jahr 2013 verlängert werden.

Der Landwirtschafts- und Viehzuchtplan 2012/2013 (Plano Agrícola e Pecuário 2012/2013) sieht vor, den Wert der Kredite für jeden einzelnen Produzenten von 1,2 Millionen Reais (rund 481.000 Euro) auf zwei Millionen Reais (rund 801.000 Euro) zu erhöhen.

Der Landwirtschaftsminister sagte, dass die Schweinezucht aufgrund der Krise auf Nachfrageprobleme stoße. Man wolle deswegen versuchen, den Handel mit bestehenden Partnerländern auszuweiten. In den nächsten Wochen werde man mit Albanien und Russland in weitere Verhandlungen treten.

Vertreter der Schweinezucht teilten unterdessen ihre Unzufriedenheit über die Kreditmaßnahmen mit. Der Präsident der Brasilianischen Vereinigung von Schweinezüchtern (Associação Brasileira de Criadores de Suínos) Marcelo Lopes forderte einen Mindestpreis für Schweinefleisch. Lopes sei sich sicher, dass die Regierung die Möglichkeit zur Durchsetzung eines Mindestpreis hat. Die Schweinezucht sei seit 2009 von der Krise betroffen, so Lopes, seitdem könne man nicht einmal mehr die Kosten für die Produktion decken.

Auch der Präsident der Brasilianischen Vereinigung der Schweinefleischproduzenten und -exporteure (Associação Brasileira da Indústria de Produtores e Exportadores de Carne Suína), Pedro de Camargo Neto, erinnerte daran, dass Brasilien weltweit einer der größten Schweinefleischproduzenten sei. Er erwarte deswegen vielschichtigere und intensivere Maßnahmen von der brasilianischen Regierung. (sg)